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Dienstag, 18. September 2018

Listen: Weißer Fluch (Holly Black)

Das Geheimnis der Weißen Katze

(c) Thalia.de
Taschenbuch: 12,99 €
E-book: 9,99 €
Hörbuch: 13,95 €

Klappentext

Was geschieht, wenn alles, was du berührst, verflucht ist? In einer Welt, in der Magie seit Jahrzehnten verboten ist, sind allein sie mächtig – die Fluchmagier. Menschen, die Erinnerungen, Gefühle und das Schicksal mit der geringsten Berührung ihrer Hand verändern können. Menschen, die im Untergrund arbeiten. Cassel Sharpe entstammt einer solchen Familie von Fluchmagiern, doch er ist ein Außenseiter, der einzige normale Teenager in einer magisch begabten Familie. Es gibt nur ein kleines Problem dabei: Vor drei Jahren hat Cassel seine beste Freundin Lila umgebracht – und er weiß nicht, warum … (c) Thalia.de
 

Fazit

Holly Black besitzt ein Talent für Urban Fantasy. Sie stellt Cassels Geschichte so wirklich dar, dass es mich nicht wundern würde, wenn es morgen eine Schlagzeile über Fluchmagier in der Tagesschau gäbe. Wir folgen hier Cassel, der sehr pragmatisch mit der Tatsache umgeht, dass er zu den Fluchmagiern gehört und doch keiner ist. Aber er ist für den Tod seiner besten Freundin Lila verantwortlich, was ihn stark gezeichnet hat, und als er dann noch in die mafiösen Machenschaften seiner beiden Brüder hineinstolpert, kommen die Dinge erst so recht ins Rollen. Niemand ist, wer er zu sein scheint, und das Schlimmste für Cassel ist, dass er mitten drin steckt, ob wohl er mit der Welt der Fluchmagier nicht wirklich was am Hut hat. Spannend, witzig, neuartig und gefühlvoll. Volle Empfehlung!

Dienstag, 11. September 2018

Listen: Still Me (Jojo Moyes)

Lou & Will (Teil 2)

(c) Thalia.de
Gebundene Ausgabe: 22,99 €
Taschenbuch: 12,99 €
E-book: 5,49 €
Hörbuch: 12,63 €
 
 
... und dann kam irgendwann "After you" heraus. In mir kämpften zwei Seiten : die eine, die eine Reihe unmöglich nicht fertiglesen konnte, und die andere, die die wundervolle Erinnerung an Lou und Will nicht mit einem Buch zerstören wollte, das weiter nichts als Fanservice war, wenn man denn en Kritiken glaubte. Natürlich gewann der Bücherverschlinger in mir und ich las das Buch. Skeptisch zwar, aber ich habe schon so machen schlecht bewertete Buch gemocht, und hoffte bis zum Schluss. Nur, um es unbefriedigt zuzuschlagen und in den hintersten Winkel meines Bücherregals zu verbannen. Und, um zu weinen. Nicht, weil mich die Geschichte so berührt hätte, im Gegenteil : weil sie meine Lou zerstört hat.


Warum sollte ich mir dann "Still me" antun ?

Ich kann euch eines sagen : Autofahrten können manchmal ganz schön lang sein. Fahrt mal alleine von Paris 6 Stunden nach Straßburg. Viel Spaß. Französischen Radio kann ich jedenfalls nicht empfehlen. Also habe ich noch schnell, bevor ich losgefahren bin, mein liebes Audible gefragt, was es mir denn empfehlen könnte. Neben lauter seltsamen Vorschlägen stand da "Still me" einfach in der Liste und ich habe es mir kurzerhand, ganz spontan, gegen jegliches besseres Wissen, heruntergeladen.

Im Auto stelle ich routinemäßig erst mein Navi an, montiere es an der Fensterscheibe und hoffe, dass es nicht wieder herunterfällt, weil der Gummi zu weich wird. Es hat 30 Grad. Dann schließe ich mein Handy an und öffne die App. Auf geht’s…

Ich denke, ihr versteht meinen mangelnden Enthusiasmus. Ich hatte schon ganz verdrängt, was am Ende des 2. Buches aus Lou geworden war. Ah, die Erzählerin faselt etwas von New York… Jetzt dämmerte es wieder… Die englische Leserin hat übrigens eine sehr angenehme Stimme, gut verständlich, und vor allem bringt sie gut Lous Ausflipper rüber.

Der erste Teil - sei es nun dem nervenaufreibendem Pariser Verkehr geschuldet oder nicht - hat mich nicht sonderlich in die Geschichte hineingezogen. Lou wird, das ist nicht zu viel verraten, Personal Assistent von einer polnischen Masseuse, die einen reichen New Yorker geheiratet hat. So weit so gut. Auch das Auftauchen - dies provozierte übrigens zu Beginn einen herzhaften, genervten Seufzer meinerseits, untermalt von heftigem Gehupe der Pariser Autofahrer - eines Will-Clons änderte nichts an der Tatsache. Nathan, von dem ich gerne mehr gehört hätte, blieb ebenfalls recht schweigsam.

Ich war kurz davor, das Hörbuch abzubrechen und stattdessen auf "Das Wolkenschloss" von Kerstin Gier zu wechseln - oder, wahlweise, eine Runde Nickelback bei voller Lautstärke. Lous beständige Unentschlossenheit, die mich schon in "After you" an den Abgrund der Geduld gebracht hatte, war fast noch schlimmer als Pariser Nachmittagsverkehr.

"Nein, du beißt dich da durch!", sagte ich mir dann.

Nun, was soll ich sagen ? Ich habe irgendwann mal wieder zum Weinen angefangen, das war dann aber erst auf der Rückfahrt. Als Mrs Dewitt und Dean Martin näher in den Fokus rückten. Die alte Frau kam mir vor, als säße sie direkt neben mir im Auto und würde vor sich hin schimpfen. Für die, die das Buch gelesen haben, wird es etwas bedeuten, wenn ich sage, dass ich mich kaum noch halten konnte, als Lou diesen einen Brief bekam.


"Still me" hat für mich einiges gerettet, was "After you" zerstören wollte. Vielleicht scheiden sich in diesem Punkt auch die Geister, aber ich habe in "Still me "mehr Seele gespürt, die Charaktere so klar vor Augen gehabt, wie zuletzt in "Me before you". Es war natürlicher als sein Vorgänger, fühlte sich weniger gezwungen an, eine neue Geschichte zu erzählen.

Und dennoch : wenn ihr "Me before you" wirklich liebt, lasst bitte die Finger von den Nachfolgern. Sie werden euer Herz nicht wieder zusammenflicken, im Gegenteil. "After you" wird es nur noch mehr zerfleddern, aber nicht im selben, positiven Sinn. Da reicht das Pflaster on "Still me" kaum aus.

Dienstag, 4. September 2018

Listen: Me Before You (Jojo Moyes)

Lou & Will (Teil 1)

(c) Thalia.de
Gebundene Ausgabe: 24,99 €
Taschenbuch: 8,85 €
E-book: 6,99 €
Hörbuch: 32,99 €
 
 
Ich warne euch wohl besser einmal vor: das hier wird eine Rezension der etwas anderen Art. Nicht so strukturiert mit Abschnitten und detaillierten Sternen, wie ihr es von mir gewöhnt seid. Ich verbinde mit diesem Buch (und seinen Nachfolgern) nämlich eine besondere Geschichte... Also legt die Beine hoch und lest einfach mit.
 
 
Ich habe Me Before You damals am Bahnhof in Frankfurt gekauft, als ich meinen Zug nach Würzburg verpasst habe, weil der Zug von Krefeld nach Frankfurt gecancelt worden war. Es war mein erstes Buch von Jojo Moyes und, damals, die erste Liebesgeschichte seit Langem. Während der Wartezeit und der anschließenden Zugfahrt, habe ich das Buch regelrecht verschlungen. Ich weiß noch genau, wie mir damals in der Schwüle des Bahnsteiges die ersten Tränen über die Wangen gelaufen sind. Das war die Stelle, an der Lou Wills Fall aufgeben wollte - falls ihr euch wundern solltet: ja, ich habe 5 Stunden warten müssen.
 
 
Einige Wochen später kam dann der Film mit Emilia Clark und Sam Claflin in die Kinos. Ich kannte das Buch inzwischen auswendig und sprach die Dialoge in meinem Kopf mit. Ich sah jedes Detail, das übernommen oder weggelassen wurde – und weinte abermals. Im Kino saßen damals hauptsächlich Frauen, allen Alters, aber auch der eine oder andere männliche Begleiter. Um meine Freundin und mich fing es schon sehr früh herzhaft zu schniefen an und am Ende reichten alle Taschentücher nicht mehr aus. Selten habe ich einen Film gesehen, der alle Zuschauer im Kino dermaßen miteinander verbunden hat. Als die Leinwand wieder schwarz wurde, haben wir alle gelacht über unsere Emotionen. Die Geschichte um Lou und Will war einfach so perfekt… herzzerreißend ehrlich, aufrichtig und keineswegs weichzeichnend.
 
 
Im Moment höre ich das Hörbuch. Die Leserin des englischen Hörbuchs scheint nicht dieselbe zu sein, wie beim dritten Band, aber sie macht ihren Job sehr, sehr gut. Es scheint mir fast, als würde Lou neben mir im Auto sitzen und mir ihre und Wills Geschichte erzählen.
 
Ich muss immer wieder schmunzeln und lächle stumm vor mich hin. Zum Beispiel, als Lou, die immerhin 27 ist, sich mit ihrer kleinen Schwester um die Zimmerverteilung im Elternhaus streiten muss. Oder als Will das erste Mal von Lou und ihrem "Running Man" Patrick hört. Oder wenn Lou Patrick mal wieder beim Training hinterher keucht, der Busen nicht so recht im BH halten will... Ich spüre regelrecht Lous Seitenstechen und bin ganz bei ihr, in ihrem kleinen Örtchen mit der Burg.
 
Und dann gibt es stellen, bei denen mir Tränen in den Augenwinkeln kitzeln, und ich mich ermahnen muss, dass es keine gute Idee ist, jetzt zu weinen, da gerade rechts von mir ein Motorrad zwischen der linken und der mittleren Spur um den Arc de Triomphe vorbeizischt. Zum Beispiel, als Lou von Wills Vorhaben erfährt - ein umstrittenes Thema, ja, aber Für extrem selbst bestimmte Menschen scheint es fast der einzige Ausweg ab einem bestimmten Punkt im Leben. Meine Mutter hat schon sehr früh mit mir darüber geredet. Oder als Will Lou die Challenge stellt, den Weg in und aus dem Labyrinth bei der Burg zu finden, und Lou zusammenbricht und nur ihm erzählen kann, warum sie ihr langweiliges Leben so lebt, wie sie es tut.
 
 
Seid also vorsichtig, wann ihr euch das Hörbuch gönnt. Für Pariser Straßenverkehr ist es nicht unbedingt geeignet!
 
Und lest auf keinen Fall den 2. Band. Künstliche Happyends sind das schlimmste, was es gibt.

Dienstag, 28. August 2018

Rezension: Filmpferd in Not (Antje Szillat)

Zufriedenstellender Einstieg in eine neuen Pferdebuchreihe

Zu Beginn ein großes Dankeschön an die Autorin Antje Szillat, den dtv Junior Verlag und an LovelyBooks für die Möglichkeit, an dieser Leserunde teilnehmen zu dürfen.
 
Filmpferd in Not ist der erste Band einer neuen Pferdebuchreihe um die drei Jugendlichen Mila, Kata und Nelly, das Casparon-Gestüt mit seinen edlen Pferden und die DreamLand-Filmstudios. Pferde und ein Filmstudio? Das klingt nach einem Rezept für ganz viel Lesespaß für Pferdefans!
 
(c) Thalia.de
Gebundene Ausgabe: 9,95 €
E-book: 8,99 €
Hörbuch: 6,65 €
 
 

Klappentext

Mila, Kata und Nelly sind begeisterte Reiterinnen und verbringen jede freie Minute auf dem Gestüt Casparon, wo auch die Pferde des benachbarten DreamLand-FilmStudios eingestellt sind. Doch hinter der Traumkulisse warten dunkle Geheimisse und spannende Kriminalfälle auf die drei Pferdefreundinnen! Mila freut sich wahnsinnig auf ihr Praktikum auf dem Gestüt. Doch dann entdeckt Mila den völlig verstörten Hengst Rashun, dessen Box so gar nicht zu dem sonst so vorbildlichen Gestüt passt. Zusammen mit ihren neuen Freundinnen setzt sie alles daran, hinter das Geheimnis des jungen Filmpferds zu kommen, und riskiert dafür alles ... (Thalia.de)
 

Cover

Das Cover reiht sich ein in die geschmackvollen und schlichten Cover so viele Pferdebuchreihen und bringt dennoch ein Klecks Neuheit mit dem bunten Farbfleck samt Klappe und Kamera. Und so ein süßes Pferd! Als Jugendliche hätte ich bestimmt danach gegriffen!
4,5 Sterne
 

Inhalt

Mila ist neu in der Stadt und tritt auf dem Gestüt Casparon ihr freiwilliges Ferienpraktikum an. Nachdem sie auf recht ungeschickte Weise Bekanntschaft mit Kata, Nelly und Katas Schwester Saskia (Influencerin) gemacht hat, entdeckt sie einen seltsamen Verschlag im Hauptstall, der so gar nicht zu dem Pikobello-Image des Gestüts passt. Mila möchte natürlich herausfinden, was sich in dem Verschlag verbirgt und ist aufgebracht: wie kommt man dazu, ein Pferd so einzusperren? Voller Tatendrang legt sie alles daran, Rashun zu befreien. Ob ihr Kata, Nelly und der mysteriöse Stuntman Leo zu Hand gehen werden?
4 Sterne
 

Erzählstil, Charaktere und Handlung

Für einen guten Einstieg in eine neue Pferdebuchreihe ist in diesem Buch alles gegeben.
Die Hauptcharaktere Mila, Kata und Nelly sind äußerst sympathisch, lebendig und authentisch, obwohl die drei doch sehr verschieden aufwachsen. Dennoch werden sie schnell Freundinnen und stecken den Leser mit ihrer Begeisterung für das Reiten regelrecht an.
Das Umfeld, in dem die Geschichte angesiedelt ist, bringt auch viel frischen Wind in das Pferdebuchgenre. Filmpferde und ein Filmstudio versprechen viele Abenteuer und eine bisher wenig bereiste Welt in diesem Genre.
Gerne hätte ich allerdings noch ein bisschen mehr über die Hauptpersonen und das Gestüt bzw. dessen Besitzer erfahren und noch ein paar kurze Einblicke in den Gestütsalltag gehabt, bevor die Action so richtig losgeht.
Antje Szillat wählt eine flotte Erzählweise, die den Leser sofort mitreißt. Natürlich wollen wir wissen, was sich nun hinter Rashun verbirgt!
(4 Sterne)
 
Das einzige echte Manko ist die doch sehr schnelle Auflösung des Problems. Ein oder zwei Kapitel mehr hätte das Buch schon vertragen, um den Konflikt etwas mehr aufzubauschen. Deshalb einen Punkt Abzug in dieser Kategorie).
3 Sterne
 

Fazit

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen, da es ein kurzweiliges und munteres Abenteuer ist. Ich habe mich in meine Jugend zurückversetzt gefühlt, in der ich bis tief in die Nacht Bille und Zottel oder Pferdeparadies Weidenhof gesuchtet habe. Antje Szillat legt hier den Grundstein für eine unterhaltsame Jugendbuch/Pferdebuchreihe. Wenn der flotte Erzählstil beibehalten und noch ein paar mehr Details dazukommen werden, kann nichts schiefgehen.
3,75 Sterne
 
[Für diese Rezension wurde mir ein kostenloses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Diese Rezension beruht auf meiner eigenen, ehrlichen Meinung und ist dadurch nicht beeinflusst.]

Dienstag, 14. August 2018

Rezension: Das Rote Adressbuch (Sophia Lundberg)

Eine Hymne an alle Großmütter


(c) Thalia.de
Gebundene Ausgabe: 20,00 €
E-book: 14, 99 €
Hörbuch: 13,95 €

Inhalt:

Doris steht am Ende ihres Lebens. Pflegerinnen, Schmerzen und Eintönigkeit gehören nun zu ihrem Alltag - doch das war nicht immer so. Als sie mit 13 Jahren nach dem Tod ihres Vaters das Haus verlassen muss, um selbst Geld zu verdienen, beginnt für sie eine lange, bewegte Reise, die leider nicht nur die Lichtseiten der berühmten Städte Paris, New York und Stockholm kennt. Jetzt, in ihrem Lebensabend, schreibt sie ihre vielen Erinnerungen für ihre Nichte Jenny anhand eines Adressbuchs nieder, in dem sie die Namen derjenigen Menschen vermerkt hat, die ihren Lebensweg gezeichnet haben. Hinter zu vielen steht inzwischen: TOT...
5 Sterne
 

Cover:

Das Cover ist einzigartig schön. Manchmal braucht es nicht viel, für einen ansprechenden Umschlag. Es sieht aus, wie eines dieser seidenen Notizbücher und passt daher sehr gut zum Titel.
5 Sterne
 

Erzählstil und Handlung:

Die Erzählung wechselt zwischen der Er- und der Ich-Perspektive hin und her, was Doris' gedankliche Zeitreise in ihre eigene Vergangenheit deutlich macht. Ihr gegenwärtiges Ich hat mit dem Leben abgeschlossen (Er-Perspektive). Ihr vergangenes Ich war voller Leben (Ich-Perspektive). Im Verlauf des Buches ermöglicht diese Perspektivenwahl Jennys Eintritt in die Geschichte.
Die Autorin schildert bildreich und gefühlvoll die verschiedenen Etappen von Doris' Leben anhand der Adressbucheinträge. Verabschiedet sich eine Person aus Doris' Leben, erscheint der Name durchgestrichen und mit "TOT" markiert als Überschrift. Ich finde diese Art, zu erzählen, sehr gut gewählt, denn es sind die vielen verschiedenen Menschen, denen wir begegnen, die unsere Lebensbahn beeinflussen.
Sophia Lundberg nimmt uns mit auf eine Reise in die Städte der Träume, Paris und New York, in den 30er bis 40er Jahren, und zeigt uns sowohl die Licht- wie auch die Schattenseiten anhand von Doris' ungewolltem Job als Mannequin und ihrer unglücklichen Liebe zum Amerikaner Allan Smith. Wir fiebern mit Doris mit, hoffen bei jeder neuen Seite auf einen Lichtblick, auf ein Happy-End, dass es ihr ermöglicht, mit ihrem Leben endgültig, zufrieden abzuschließen.
5 Sterne
 

Charaktere:

Von meinen Großmüttern kenne ich Doris' Haltung im Hier und Jetzt sehr gut. Zu Beginn ist sie für den Leser sehr schwierig zu verdauen, ein wenig deprimierend sogar, wenn Doris sich selbst als "alte Schrulle" bezeichnet und Jenny immer wieder mitteilt, dass es bald so weit ist. Tatsächlich aber ist Doris, wie meine Großmütter auch, ein Mensch voller Leben und voller Liebe, die sich stets ihrer Familie verschrieben hat und zu früh erwachsen werden musste. Die Zwischenkriegs- und Nachkriegsgenerationen hatten keine einfache Jugend, fiel doch die Welt um sie herum zu Schutt und Asche. Umso bemerkenswerte finde ich es, wie wichtig sie die Familie einstufen und über alles andere stellen.
Jenny steht in der Mitte ihres Lebens, verheiratet mit 3 Kindern, und vermisst ihre Großtante Dossi sehr, da es in ihrer Ehe grieselt und sie sich aufgrund der Kinder nie selbst verwirklichen konnte. Als die Nachricht von Doris' zunehmend schlechteren Gesundheit Amerika erreicht, beschließt sie sofort, zu ihr nach Stockholm zu fliegen - komme, was wolle. Diese Entscheidung stellt sie und ihren Ehemann Willie auf eine harte Probe: die Entscheidung zwischen ihrer neu gegründeten Familie und ihren eigentlichen Wurzeln. Ich bin froh, dass sie sich für Doris entscheidet, schließlich ist ihre Beziehung etwas ganz besonderes.
5 Sterne
 

Fazit:

Dieses Buch regt zum Nachdenken an. Über die Freude über die kleinen Dinge im Leben. Über den Platz der Familie. Über die schwierigen Zeiten, die unsere Großeltern erlebt haben, die sich trotz allem immer mit viel Liebe und Hingabe um uns gekümmert haben. Ich freue mich, dieses Buch gelesen zu haben, und ich freue mich, meine Großmütter bald wiederzusehen und in die Arme zu schließen. Vielen Dank!
5 Sterne
 
[Vielen lieben Dank an Lovelybooks.de für die Zusendung eines kostenlosen Rezensionsexemplars. Diese Rezension beruht auf meiner eigenen, freien Meinung.]
 
 

Dienstag, 7. August 2018

Rezension: Mein wunderbares Bücherboot (Sarah Henshaw)

Wofür ich dankbar bin...

 
(c) Thalia.de
Gebundene Ausgabe: 19,95 €

E-book: 15,95 €
 

 

Cover:

Das Cover ist einfach traumhaft. Ich liebe gezeichnete Cover. Es wirkt, wie der Umschlag einer Märchengeschichte und nimmt sich nicht zu ernst.
5 Sterne
 

Inhalt:

Sarah hat vor ein paar Jahren mit der finanziellen Unterstützung ihrer Eltern und ihres Freundes Stu einen schwimmenden Buchladen auf dem Narrowboat Joseph eröffnet. Doch wie es mit vielen Buchhandlungen heutzutage läuft, scheitert auch Sarah daran ein gutes Geschäft zu machen. Die finanzielle Unsicherheit nagt nicht nur an ihr, sondern auch an ihrer Beziehung zu Stu. Bis sie schließlich ihre Sachen packt und sich mit Joseph in ein neues Abenteuer auf den englischen Kanälen stürzt. Dort tauscht sie Bücher gegen Essen, Dusche und Unterkunft und lernt viele Leute kennen. Nur was bedeutet ihre Reise letztendlich für sich selbst und für ihre Buchhandlung?
5 Sterne
 

Erzählstil und Handlung:

Sarah Henshaw nimmt uns mit auf eine bruchstückhafte Reise der Erinnerung an ihre Zeit auf dem Kanal. Somit handelt es sich um eine romantisierte Autobiographie über das Leben einer jungen, schwimmenden Buchhändlerin. Ich finde gerade die bruchstückhafte Darstellung der Ereignisse, mit vielen Einwürfen zu gelesenen Büchern und deren Bedeutung in Sarahs Leben sowie eingestreuten Erinnerungen und deren Auswirkungen auf die Sarah von heute, sehr ansprechend. Man kann sich gut vorstellen, wie Sarah so stundenlang die Kanäle hinaufschippert und mit sich selbst alleine ist. Daher ist diese Geschichte für mich weniger ein gefühlvolles Plädoyer für den Einzelhandel (was es natürlich trotzdem ist), sondern die Erzählung einer Selbstfindung. Sarahs Generation (die heutigen Leute um die 30) hat meines Erachtens viel mit den hohen Erwartungen zu kämpfen, die sie sich selber für ihr Leben gesteckt haben, und auch dem hohen Leistungsdruck der heutigen Gesellschaft. Es scheint schwierig, seinen großen Traum zu verwirklichen, wenn er nichts mit erfolgreichem Banking zu tun hat.
5 Sterne
 

Charaktere:

Die Protagonistin ist die Autorin selbst. Manchmal versteht mein ihre kindliche Art nicht so ganz und würde ihr gerne sagen: „Reiß dich doch mal zusammen, Mädel!“, doch genau das macht den Charakter authentisch. Gleichzeitig ermöglicht dieser kindliche Blickwickel auch, dass sich Sarah über kleine Dinge freuen und staunen kann. Über das Buch hinweg merkt der Leser, wie sie reift und selbst bemerkt, dass ihre Reise viel mehr ist, als die missionarische Mission, die sie sich selbst gesetzt hat. Sie betrachtet die Beziehungen zu ihren Eltern, Freunden und zu Stu immer wieder neu. Sie wächst auch von einer jammernden, teils unfähigen jungen Frau zu einer ambitionierten, einfallsreichen Geschäftsfrau, ohne ihre Liebe für die Fantasie zu verlieren.
Stu ist der stete Begleiter, anwesend oder abwesend, dieser Geschichte. Nach ihrer Trennung zu Beginn des Buches vor der Reise, steht er Sarah trotzdem mit Geld und Tat zur Seite, nimmt mit ihr an einem Wettrennen teil und überwindet mit ihr eine schwierige Passage bei Gewitter und Sturm, die man gleichsam als Metapher für ihre gescheiterte Beziehung sehen kann. In jedem Augenblick, da er erscheint, weiß der Leser um seine Liebe zu Sarah, die ihren Weg im Leben noch nicht so richtig gefunden hat (in der Gewitterpassage hält sie etwa die Karte falsch herum).
Sarahs Eltern erscheinen immer wieder kurz, man erfährt nicht viel über sie, außer dass sie ihre Tochter stets unterstützen. Gleichzeitig ist es gut, dass man sie selten sieht. Sarah wird schließlich erwachsen in dieser Geschichte.
5 Sterne
 

Fazit:

Dieses Buch ist für ich das Highlight meines Sommers. Sarahs reflektierte Art, auf die Zusammenhänge zwischen ihrer Kindheit, ihren geliebten Büchern und dem Hier und Jetzt zurückzublicken und daran zu wachsen, sollten uns allen ein Beispiel sein. Ich denke, es schadet nicht, wenn sich jeder einmal eine solche Auszeit nimmt und über sein Leben nachdenkt: ob man da ist, wo man sein wollte; ob einen seine Arbeit und Beziehung erfüllt; und wie uns unsere Vergangenheit geprägt hat. Sarah wächst in diesem Buch und bleibt doch sie selbst. Besonders ihr Verhältnis zu Stu, das eigentlich über allem steht, hat mich sehr berührt.
5 Sterne

Mittwoch, 18. Juli 2018

Rezension: Das Wolkenschloss (Kerstin Gier)

Eine abgelegene Welt der Phantasie

(c) Thalia.de
Gebunden: 20,00 €
E-Book: 16,99 €
Hörbuch: ab 9,99 €

Klappentext

Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz.

Cover

Ich liebe de Cover der Jugendromane von Kerstin Gier! Schon die Cover der Edelsteintrilogie und der Silbertrilogie waren der absolute Traum, mit vielen verspielten Details. Auch dieses Cover enttäuscht mal wieder nicht! Alle Charaktere des Buches sind abgebildet. Ich fand es sehr schön, als diese vor der Buchveröffentlichung nach und nach über Ausschnitte des Covers auf Facebook vorgestellt wurden. Das hat richtig Lust gemacht, das Buch zu lesen!

5 Sterne

Inhalt

Fanny Funke ist das wohl tollpatschigste Kindermädchen der Welt, sonst wäre sie wohl kaum mit den zwei Kindern, die sie beaufsichtigen sollte, über einen verschneiten Hang dem Hotelierssohn Ben vor's Auto gefallen! Oder ist sie doch eine Geheimagentin, wie sie es dem gutaussehenden Hotelgast Tristan weismachen will, der vorgibt ein Hoteldieb zu sein? Die gutmütige Fanny wird von den Hotelgästen sehr geschätzt, doch dann gerät sie in eine gefährliche Verstrickung von Zufällen - die vielleicht gar keine sind...

5 Sterne

Erzählstil

Wer Kerstin Gier kennt, liebt ihre bildreiche, verspielte Art der Beschreibung. Auch in diesem Roman steckt sie viel Liebe ins Detail. Vermutet man zu Anfang des Buches noch eine (fast) kitschige Heimatgeschichte, die die Weihnachtszeit in den Schweizer Alpen lobt, befindet man sich doch schnurstracks in lebensbedrohlichen Intrigen. Dem Leser geht es da ganz wie der Protagonistin Fanny Funke, die von den Ereignissen überrumpelt wird.

5 Sterne

Charaktere

Du könntest jedem dieser Charaktere auf der Straße begegnen. Und das gerne. Also, mehr oder weniger. Gretchen könnte gerne bleiben, wo der Pfeffer wächst ;-) Fanny ist eine starke Heldin und nimmt den Leser bei der Hand, durch ihre verwunschene Hotelwelt, die sich rasch verdüstert. Die erste richtige Liebe und deren Verwirrungen sind lebhaft dargestellt und begleiten die Haupthandlung, ohne aufgedrängt zu wirken. Besondere Schmackerln sind die verbotene Katze und die sieben Hugos!

5 Sterne

Fazit

Lest diesen Roman vor einem knackenden Kaminfeuer mit einer heißen Tasse Schokolade, lehnt euch zurück und lasst euch entführen. Wieder einmal sehr gelungen. Es würde mich freuen, wenn es eine Fortsetzung gäbe, aber auch so steht der Roman für sich selbst.

5 Sterne

Dienstag, 17. Juli 2018

Rezension: Das Blaue Medaillon (Martha Sophie Markus)

Die Masken der Gesellschaft

(c) Thalia.de
Taschenbuch: 11,00 €
E-Book: 8,99 €
 

 Klappentext

 An einem einzigen Tag gerät Alessas Leben völlig aus den Fugen. Ihre Tante stirbt, kurz nachdem sie ihr ein geheimnisvolles Medaillon gegeben hat. Am selben Abend wird ihr Großvater ermordet, der sie nach dem Tod ihrer Eltern großgezogen und zur Diebin ausgebildet hat. Alessa selbst entgeht nur knapp einem Anschlag und flieht mit Mühe und Not aus Venedig. Ihr Ziel: Celle, wo ihr einziger verbliebener Verwandter lebt. Doch auch hier, am Hof des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, ist sie nicht sicher. Der Mörder ihres Großvaters ist ihr dicht auf den Fersen, und er ist nicht der Einzige, der es auf das Medaillon abgesehen hat.

Cover

Das Cover ist schlicht und gleichzeitig ein wenig mysteriös. Leider spielt es nur auf den Teil am herzoglichen Hof an, ich hätte es gerne etwas düsterer gehabt, schließlich bangt Alessa ja um ihr Leben...
 
3 Sterne

Inhalt

Alessa gehört nicht unbedingt der ehrlichsten Gesellschaftsschicht Venedigs an: von ihrem Großvater lernt sie, wie man stiehlt, und von ihrer Tante, wie man schauspielt. Als diese beide Ankerpersonen jäh aus Alessas Leben gerissen werden, bleibt ihr keine andere Wahl, als aus Venedig zu fliehen - und dies, mit einer Schauspieltruppe. Unter falschem Namen und mit ihren wenigen verbliebenen Habseligkeiten reist sie Richtung Norden, bis an den Hof des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg. Wird ihr Cousin sie erkennen und ihr helfen? Meinen die Schauspieler es wirklich gut mit ihr? Schafft Alessa es, ihrem mörderischen Verfolger zu entkommen? Und wie fügt sich der hübsche Gardist in all das? Niemand ist wirklich der, der er zu sein scheint.

5 Sterne

Erzählstil

Martha Sophie Marcus hat eine sehr lebendige Art zu schreiben. Alessa kommt dem Leser von der ersten Seite an wie eine beste Freundin vor, die man seit Kindertagen kennt. Im Nu ist man mit ihr auf den Dächern Venedigs unterwegs, spürt ihren Herzschlag, als sie ihren Häschern entwischt oder als sie Arthur in die Augen blickt. Die Kapitel aus Alessas Sicht sprühen vor Lebensfreue, festem Willen und der italienischen Leichtigkeit. Arthurs Kapitel hingegen sind ein gutes Spiegelbild, eine ruhige, geradlinige, typische deutsche korrekte Pause von Alessas Quirligkeit. Die Spannung bleibt stets aufrechterhalten und gleichzeitig sieht man sich regelrecht in der historischen Epoche.

4,5 Sterne

Charaktere

Wie gerade erwähnt, überzeugt das Buch mit der Dualität zwischen der lebendigen Italienerin, die nicht so ganz vom Stehlen ablassen kann, und dem aufrichtigen Arthur von Kühne. Auch wenn es sich natürlich um Stereotypen handelt, wirken die beiden Hauptcharaktere kein bisschen überzeichnet, sondern eher liebevoll beschrieben. Ich kann mir beide bildlich vorstellen und würde mit ihnen gerne noch mehr Zeit verbringen.
Auch die Nebencharaktere wirken lebensecht. Sie fügen sich gut in die Zeit des Romans ein und jeder einzelne ist eine unabhängige Einheit, mit seinen besonderen Eigenheiten.

4,5 Sterne

Fazit

Ein sehr gelungener, kurzweiliger und doch sehr emotional bewegender historischer Roman! Ich freue mich, noch weitere dieser Schätze aus der Feder der Autorin zu entdecken!

4,25 Sterne

Mittwoch, 27. Juni 2018

Rezension: Zum Teufel mit der Liebe (Benne Schröder)

Das Alkoholproblem

(c) Thalia.de
Taschenbuch: 10,00 €
eBook: 8,99 €


Versteht mich nicht falsch, dieses Buch ist sehr unterhaltsam. Aber ich kann und will es nicht besser bewerten, da es, meiner Ansicht nach, Alkohol als die Lösung sehr vieler Probleme verherrlicht. Beziehungsweise, Chardonnay.


Den ersten Band von Catalea Morgensterns Geschichte hab ich dank der Lesejury in einer Leserunde kennengerlernt. Auch damals habe ich das Alkoholproblem bereits angemerkt, aber die meisten anderen Teilnehmer haben es mit "das gehört nun mal als Sünde zu der ganzen Höllen-Geschichte dazu" abgetan. Und ich dachte mir: "Okay, ja, soooo schlimm war es auch gar nicht." Die Kombination aus Markennamen und Cataleas Unfähigkeit, trotz Schmerzen und Unpraktikabilität auf High Heels zu verzichten, waren damals noch nervtötender.

Nun hat es sich aber umgekehrt.


Catalea Morgenstern hält sich im ersten Kapitel eine Pistole an den Kopf, weil es nun mal nicht anders geht, ihren Vater Luzifer als Vorstand der Firma zu ersetzen: sie muss sich erstmal ins Jenseits katapultieren. [Hier bitte schweren Seufzer einbauen.] Ja, ja, es macht Sinn mit der Geschichte, aber ist es nicht auch eine Verherrlichung des Selbstmordes? Ich bin zu kritisch, oder?

Ich liebe Cataleas und Timurs Humor, ihre Beziehung, und auch die ganze Konzeption der Firma ist genial. Sogar die Hauptstory um die Revolten im neunten Kreis, die Attentate auch Catalea und Jans nervende Auftritte finde ich, für einen Liebesroman, gar nicht mal so übel.

Wäre da nicht Cataleas unablässiges Lechzen nach Chardonnay. Ja, sie ist die Teufelin. Und ja, normales Wasser tut's dann nicht mehr. Das kann ich alles verstehen. Aber es muss nicht in jedem einzelnen Kapitel als Lösung für einen Streit mit Timur, für Jans Auftauchen, für ein Treffen mit den Sieben, für einen Anschlag auf ihre Person... etc. als Lösung dienen. Nein!

[Diese Rezension findet ihr auch unter meinem Pseudonym _serafina_ auf Lesejury: http://www.lesejury.de/rezensionen/deeplink/131063/User]

Mittwoch, 20. Juni 2018

Rezension: Speak (Laurie Halse Anderson)

Unumgehbar!

 
(c) Thalia.de
Taschenbuch: 7,99 €
Gebunden: 14,99 €
eBook: 2,49 €
Hörbuch: 41,99 €



"Sprich" erzählt die Geschichte von Melinda, die nach einer von der Polizei beendeten Party, von der ganzen Schule als schräge Spaßverderberin gemieden wird. Zurecht? Melinda schweigt, zieht sich zurück, verstümmelt sich, schwänzt die Schule. Nur langsam kommt die wahre Geschichte ans Licht.

Erzählstil:
Wir verfolgen die Geschichte aus Melindas Perspektive, was unsanfte Einblicke in ein aufgwühltes, zerrüttetes Mädchen liefert. Ein Schicksal, das wir niemandem wünschen würden. Laurie Halse Anderson schafft es, den Leser in Melindas bedrückender, eingeengter Realität zu fesseln, bis man nur noch schreien möchte "Helft ihr doch, ihr blinden Kinder!"
5 Sterne

Charaktere:
Vom beliebten Mädchen zur meistgemiedenen Verrückten - Melinda fügt sich in ihre neue Rolle, als würde sie es gar nicht anders wollen. Nur langsam versteht der Leser, dass sie zu verletzt ist, um sich mit Worten gegen die Misschatung ihrer Mitschüler zu wehren.
David ist mein kleiner Sonnenschein in diesem Buch. Er beweist, dass Streber ein großes Herz besitzen und manchmal mehr sehen, als andere.
Melindas Eltern und die meisten Lehrer sind eine grausame aber leider wahre Darstellung der Realität. Erwachsene müssten viel mehr auf die kleinen Veränderung im Leben von Jugendlichen achten. Einfühlsamer sein. Nicht alles wie eine pubertierende Phase abtun.
5 Sterne

Inhalt:
Dieses Buch ist keine leichte Kost. Es sprich Mobbing, sozialen Ausschluss und Vergewaltigung an. Alles Themen, vor denen wir unsere Kinder gerne bewahren würden. Aber sie sind auch wichtig, damit unsere Kinder verstehen, dass es manchmal nicht einfach ist, einen Gefühlszustand zu erklären, oder wie sehr mangelnde Aufmerksamkeit einen Menschen verletzen kann.
5 Sterne

Fazit:
Ein starkes, bedrückendes Buch. Melindas Schrei wirkt auch für den Leser wie ein Befreiungsschlag.
5 Sterne

Mittwoch, 13. Juni 2018

Rezension: Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt (Kristina Günak)

Apfelkompott

 
(c) Thalia.de
Taschenbuch: 10,00 €
eBook: 8,99 €


Damals habe ich mich bei der Leserunden beworben, aber leider nicht teilnehmen können. Fast ein Jahr später habe ich es dann endlich doch gelesen - und geliebt!

Bea ist die letzte Hoffnung ihres Verlags: sie soll den unbändigbaren Autor Tim Bergmann auf eine Lesereise mitnehmen, um das Ansehen der Verlags zu retten. Dumm nur, dass Bergmann eine Dystopia geschrieben hat und keinen von Beas heißgeliebten Liebesromanen. Ein unpünktlichere und unhöflicher Rüpel ist er obendrein. Doch Bea, das fleißige Bienchen, kann nicht anders, als diese schwere Last zu Schultern,um den Karren aus dem Dreck zu ziehen.

Erzählziel:
Von Beas Perspektive erleben wir die Verlagswelt durch einen privaten Blick hinter die Kulissen, was für jeden Leser recht interessant ist. Dazu erhalten wir eine Liebesgeschichte der Gegensätze, wie die meisten sie lieben werden. Humorvoll und vor den Kopf stoßend ehrlich schildert uns Kristina Günak Beas Schwierigkeiten, sich auf die Liebe einzulassen. Familienchaos und Erinnerung an die Kindheit machen die Geschichte dazu noch lebendiger.
4 Sterne

Charaktere:
Bea gefällt mir als Protagonistin erstaunlich gut. Irgendwie erinnert sie mich an meine Mama. In die Arbeit vertieft, für alle jederzeit da, und manchmal unfähig, sich auf Emotionen einzulassen. Gerade ihre Beziehung zu ihrer Adoptivfamilie ist herzerwärmend.
Tim,nun ja. Ich stehe einfach nicht auf Rüpel. Aber bei ihm ist es irgendwo gerechtfertigt. Dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass das Liebesromangenre dringend diese Frauenherabwürdigenden Kerle abschaffen muss. Beleidigt werden ist nicht sexy!
3 Sterne

Inhalt:
Leichte Kost mit ernsteren Einstreuern.
3,5 Sterne

Fazit:
Viel Spaß bei einer etwas anderen Liebesgeschichte !
3,5 Sterne

[Diese Rezension findet ihr auch unter meinem Pseudonym auf Lesejury: http://www.lesejury.de/rezensionen/deeplink/134650/User]
        

Mittwoch, 6. Juni 2018

Rezension: Aquila (Ursula Poznanski)

Stai lontano die Leocorno ed Aquila

(c) Thalia.de
Taschenbuch: 16,95 €
eBook: 12,99 €
Hörbuch: 11,95 €



"Halte dich fern von Adler und Einhorn" - ein Satz, auf einen Pizzaflyer gekritzelt, vergessen, und doch, ein Ratschalg, den Nika besser berücksichtigen sollte - aber nicht kann. Ihre fehlen sämtliche Erinnerungen zwischen der Party am Samstagabend und Dienstagmittag, als sie sich in ihrer Wohnung eingesperrt wiederfindet. Wo ist ihre Mitbewohnerin Jenny und wer hat ihr die gruselige Nachricht auf dme Badspiegel hinterlassen? Wir sie von Jenny gehetzt oder steckt jemand ganz anderes hinter deren Verschwinden?

Erzählstil:
Gewohnt packend - ganz Poznanski, wie wir sie aus "Erebos" oder "Saeculum" kennen. Aus Nikas Perspektive begegeben wir uns auf die Suche nach deren Erinnerungen und ihrer Mitbewohnerin Jenny. Nikas Selbstzweifel und Verzweiflung und ihrer Wut ob ihrer Hilfslosigkeit sind sehr realistisch dargestellt und lassen den Leser von der ersten Seite an mitfühlen.
4 Sterne

Charaktere:
Nika ist nicht mein Typ. Ich halte nichts von feierwütigen Studenten. Und dennoch berührt mich ihr Schicksal, da sie menschlich ist, mit all ihren Fehlern. Sie will doch nur wissen, was mit ihr passiert ist, und dabei kann sie niemandem trauen.
Stefano wird ihr steter - und unsteter - Begleiter, der seine Zuneigung zu ihr, so wenig ich sie auch verstehen, muss an der italienischen Vorliebe für deutsche blonde Haare und blaue Augen liegen, nicht verbirgt und ihr eine wahre Stütze ist.... oder dkch nicht?
Der Komissar. Eiskalt.
Gute alte italienische Familienbande.
4 Sterne

Inhalt:
Partydrogen, Mord, psychopatische Störung. Hervorragende Inkredenzien für einen Thriller. Sehr stimmig inszeniert.
4 Sterne

Fazit:
Ich lese wirklich nicht gerne Thriller - außer die von Ursula Poznanski. Ich kann sie alle empfehlen, auch "Aquila". Packend bis zur letzen Seite, Grund für eine schalflose Nacht.
4 Sterne

[Die Rezension findet ihr auch unter meinem Pseudonym _serafina_ auf Lesejury: http://www.lesejury.de/rezensionen/deeplink/134655]

Donnerstag, 18. Januar 2018

Rezension: Successor's Promise (Millenium's Rule 3) (Trudi Canavan)

Erst im Herbst diesen Jahres kam die Neuigkeit von Trudi Canavan, dass die Reihe um "Die Magie der Tausend Welten" (bzw. "Millenium's Rule") um einen Band ("Maker's Curse") erweitert würde (siehe Trudis Blog) - was bei mir die Vorfreude nur noch mehr gesteigert hat!

Wie viel ist ein Leben wert?


Klappentext
Five years have passed since the Rebels confronted the Raen. Five years in which Qall - the Boy Rielle rescued - has grown up among the Travellers, with no Memory of the life that was stolen from him. Five years of chaos, barely contained by Baluka and the Restorers. Worlds are at war, some overrun by deadly machines, some drained of Magic by power-hungry sorcerers. As Qall Comes of age, and Rielle and Tyen's hard-won peace is threatened, their loyalities are tested - and Qall's very existence is at stake. Because Dahli is still determined to restore Valhan to power, and he will stop at nothing to succeed.

(c) Thalia.de
Gebunden: 18,99 € - 22,99 €
Taschenbuch: 8,99 € - 13,99 €
eBook: 10,99 €

Cover
Ich bin wirklich kein Fan von Gesichtern auf Covern, weil sie einem die Vorstellung von den Charakteren etwas verderben. Atmosphärisch ist allerdings nichts zu mäkeln.
3 Sterne

Inhalt
Tyen und Rielle begegnen sich plötzlich nach einem Anschlag auf die Hauptstadt von Tyens neuer Heimatwelt und finden sich in der schweren Position wieder, einen Waffenstillstand zwischen ihren beiden neuen Heimatwelten zu verhandeln - dabei kommen sie sich natürlich auch näher. Doch Tyen steht weiterhin zwischen den Stühlen, denn er spioniert immer noch für Baluka und gibt daher vor Dahli vor, nach einem Weg zu suchen, der sowohl Valhan wie auch Vella wiedererstehen lässt. Als er nach den gescheiterten Verhandlungen fliehen muss, macht er sich mit einem ehemaligen Schüler zu Dahli auf, und kommt dem Geheimnis um Valhan und Vella immer näher - während sein Schüler die Geheimnisse der Kriegsmaschinen ergründet, die auch Tyens Insektoiden basieren und in vielen Welten Chaos schaffen. Rielle muss stattdessen mit Qall vor Dahli und seinen Verbündeten fliehen, ohne zu ahnen, auf welcher Seite Tyen steht...
4 Sterne

Erzählstil
Ich liebe die Bücher von Trudi Canavan und das vor allem durch ihren lebendigen und gefühlvollen Schreibstil. Jede Welt, die Rielle und Tyen betreten, scheint echt und stimmig in sich. Ein paar Längen hat das Buch dennoch. Das Hin- und -Her, dem die Charaktere ausgesetzt sind, und die schweren Entscheidungen, die sie treffen müssen, macht dass in der Schlussabrechnung jedoch wieder wett.
4 Sterne

Charaktere
Rielle wächst mir mit jedem weiteren Band immer mehr ans Herz und auch Tyen wird immer faszinierender. Wie weit wird er für Vella gehen? So weit, dass er selbst Rielle und die Welten verrät?
Auch die Nebencharaktere sind weiterhin sehr glaubhaft gehalten.
4 Sterne

Fazit
Es gibt nicht viele Makel an diesem Band und damit ist er eine hervorragende Fortsetzung zu Band 1 Thief's Magic und Band 2 Angel of Storms. Ich bin gespannt, wie die Geschichte in Maker's Curse ausgehen wird! Gute Besserung, Trudi!
3,75 Sterne

Donnerstag, 11. Januar 2018

Rezension: Die magische Gondel (Zeitenzauber 1) (Eva Völler)

Durch eine Leserunde, auf die ich mich im Sommer beworben hatte, bin ich auf die Bücher von Eva Völler aufmerksam geworden. Warum sie mir nicht früher in die Hände gefallen sind, weiß ich nicht 😊

"Mit vielen wundervoll gerollten Rs."

Klappentext
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen - und von einem unglaublich gutaussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen... (c) Baumhaus-Verlag

 (c) Thalia.de
Taschenbuch: 8,00 €
eBook: 6,99 €
Hörbuch: 10,99 €
 
Cover
Spielerisch und gleichzeitig atmosphärisch gestaltet mit dem Rund eines Ziffernblattes, der Silhouette Venedigs und schließlich der roten Gondel. Lediglich das riesige weiße Ungetüm von Kleid...
4 Sterne

Inhalt
Anna ist völlig uninteressiert an den archäologischen Forschungen ihres Vaters - hätte sie doch mal besser aufgepasst, als er ihr von dem anachronistischen Brief erzählte, den er gefunden hat... Stattdessen macht sie sich auf einen Stadtbummel mit dem deutschen Jungen Matthias und ersteht eine Maske in einem abgelegenen Geschäft. Als sie sich dann bei der Bootsparade nach ihrem Sturz im Venedig der Vergangenheit befindet, scheint die Maske eine gewisse Rolle zu spielen, von der jedoch weder Anna noch ihr vermeintlicher Retter, Sebastiano, etwas wissen. Zudem ist Anna auf den rüpfelhaften jungen Italiener angewiesen, um nachhause zurückzukehren- genau wie Clarissa, eine Französin aus der Zeit der französischen Revolution, die nicht ganz ehrlich mit Anna ist. Und was hat Anna eigentlich mit den Schurken zu tun? Hat sie vielleicht doch noch eine Rolle zu spielen?
3,5 Sterne

Erzählstil
Angenehm flockig leicht, wie man es sich für eine romantische Komödie wünscht. Ausreichend historische Referenzen sind ebenfalls vorhanden und machen den Zeitsprung glaubhaft. Man wird sofort in die Geschichte hineingezogen.
3,5 Sterne

Charaktere
Anna ist keinesfalls hilflos und kommt gar nicht mit ihrer unausweichlichen Abhängigkeit von Sebastiano klar. Eine sehr sympathische Protagonistin.
Sebastiano... nun, mehr Klischee geht ja wohl nicht, "Latin Lover", ja von wegen! Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch, denn auch er schlägt sich recht gut und kann irgendwann doch mal eine Schwäche eingestehen.
Clarissa finde ich vorzüglich gezeichnet, gerade ihr mangelnder Hang zur Wahrheit sorgt für einige Verwirrungen.
Alle Nebencharaktere erscheinen sehr glaubhaft und man merkt schnell, wie viel Liebe im Detail steckt.
4 Sterne

Fazit
Alles in allem eine runde, romantische Geschichte mit Zeitverschiebung. Sehr angenehm für zwischen durch und für einen kurzweiligen Ausflug nach La Serenissima.
3,75 Sterne

Montag, 8. Januar 2018

Rezension: Thief's Magic (Millenium's Rule 1) (Trudi Canavan)

Ich liebe alle Bücher von Trudi Canavan, Die Rebellin war damals mein erstes. Und so war es auch nicht verwunderlich, dass ich es kaum erwarten konnte, dass Thief's Magic herauskommt. Trudi Canavan schafft es auch diesmal wieder, äußerst real wirkende, magische Welten und Charaktere zu erschaffen.

Zwischen den Welten - Rielle, Tyed und Vella


Klappentext:
In a world where an industrial revolution is powered by magic, Tyen, a student of archaeology, unearths a sentient book called Vella. Once a young sorcerer-bookbinder, Vella was transformed into a useful tool by one of the greatest sorcerers of history. Since then she has been collecting information, including a vital clue to the disaster Tyen's world faces. Elsewhere, in a land ruled by the priests, Rielle the dyer's daughter has been taught that to use magic is to steal from the Angels. Yet she knows she has a talent for it, and that there is a corrupter in the city willing to teach her how to use it - should she dare to risk the Angels' wrath. But not everything is as Tyen and Rielle have been raised to believe. Not the nature of magic, nor the laws of their lands. Not even the people they trust.

(c) Thalia.de
Gebunden: 6,99 €
Taschenbuch: 8,99 € - 13,99 €
eBook: 5,49 €


Inhalt:
Tyed lebt in einer industrialisierten Welt, in der Maschinen mithilfe von Magie funktionieren und so langsam die Magie seiner Welt aufbrauchen. Davon erfährt der junge Geschichts- und Magiestudent aber erst, nachdem er auf Vella trifft - ein "sprechenes", Jahrhunderte altes Buch, das einst eine lebendig Frau war. Mit dem Fund Vella gerät er in eine gefährliche Spirale um das Wissen von der Existenz anderer, magischer Welten...
Rielle ist eine Färberstochter und besucht jeden Tag die Tempelschule. Als sie auf dem Heimweg einem "Tainted" (Beschmutzten?) begegnet, wird sie von den Priestern gerettet und kurze Zeit als Heldin der Stadt gefeiert, die den Priestern geholfen hat, einen Dieb der Magie der Engel festzunehmen. So begegnet sie zufällig dem Maler Izare, zu dem sie sich hingezogen fühlt. Ihre Verbindung zu ihm lässt ihre Familie in Ungnade fallen, und dann doch die Versöhnung naht, passiert es: Rielle selbst nutzt Magie...
Beide Handlungen, die parallel in zwei komplett verschiedenen Welten spielen, sind sehr stark und mitreißend erzählt. Wobei ich Tyeds Geschichte noch etwas spannender finde als Rielles zu Anfang. Trudi Canavan hat es geschafft, beide Welten glaubwürdig darzustellen und die beiden Hauptcharaktere hervorragend in sie einzubinden.
5 Sterne

Charaktere:
Tyed ist zu Anfang ein guter Student, der es als wichtig erachtet, den Wissenserwerb der Akademie voranzutreiben. Doch aus dieser fast blinden Loyalität wird durch sein Zusammentreffen mit dem Buch Vella, zwangsweise ein kritischerer Blickwinkel. Im Laufe der Geschichte wäscht er zusehends aus sich heraus. Besonders berührt hat mit die Beziehung, die er mit Vella aufbaut, die zunächst einmal nur ein Objekt ist und angibt, keine Gefühle oder dergleichen mehr zu haben. Durch ihn wird sie erst lebendig und er durch sie erst zu dem starken Charakter, den der Leser schnell zu lieben lernt.
Bei Rielle hatte ich dagegen etwas Anlaufschwierigkeiten, weil die Geschichte mit Izare und ihrer Familie doch sehr vorhersehbar war. Dennoch hat die Autorin es geschafft, mir Rielle zur Mitte des Buches hin ans Herz wachsen zu lassen. Rielle wird immer selbstbewusster, obwohl sie noch lange mit den Tabus ihrer Gesellschaft und vor allem sich selbst und ihrer Fähigkeit, Magie zu gebrauchen, hadert.
5 Sterne

Fazit
Ich würde dieses Buch allen empfehlen, die gut aufgebaute Fantasywelten lieben und Lust darauf haben, einmal zwei Bücher in einem zu lesen! Trudi Canavan Fans können mit diesem Buch nicht enttäuscht werden!
5 Sterne

Sonntag, 31. Dezember 2017

Rezension: Flammenwüste (Flammenwüste 1) (Akram El-Bahay)

Nachdem ich in der Leserunde zu "Die Bibliothek der flüsternden Schatten" von dieser Reihe erfahren habe und bisher nur Gutes darüber gehört habe, musste ich zu Weihnachten doch endlich mal zuschlagen. Ergebnis: in 2 Tagen verschlungen und geliebt!

"Sie flogen weiter durch die Nacht, dem Ende ihrer eigenen Geschichte entgegen."


Klappentext:
Der Wind flüstert es, die Wüste wispert ihren Namen. Die Menschen zittern, und die Flammen singen ihr Lied... die Drachen sind zurück!

(c) Thalia.de
Taschenbuch: 9,99 €
eBook: 8,49 €
 
Cover
Was will man mehr als einen schönen Drachen?
4 Sterne
 
Inhalt
Anûr ist eine junger Geschichtenerzähler, doch eigentlich wünscht er sich ein bewegteres Leben. Also ergreift er die Möglichkeit sofort, seinen Großvater im Palast des Königs zu vertreten - ohne auch nur zu ahnen, dass das bedeutet, das er auf Drachenjagd gehen wird! Zusammen mit dem Prinzen Masul und dessen Garde reist er nach Osten zum Berg Kaf, wo laut der Legende die Drachen hausen sollen. Und einer von ihnen treibt im Wüstenreich Nabija nach hunderten von Jahren wieder sein Unwesen. Doch als sie ihr Ziel fast erreicht haben, offenbart sich, dass es nicht nur ein tollwütiger Drache ist, der ihnen entgegen steht, sondern ein alter Feind, dessen Plan es ist, den ein Jahrtausend zurückliegenden Krieg um das Erste Wort erneut zu entfachen. Zusammen mit der mutigen Salia, dem faulen Magier Fis und dem untypischen Sammler Hadukaba stellt sich Anûr der Rolle, die ihm ein lange verstorbener Magier zugedacht hat, und der fürchterlichen Wesen, die es eigentlich nur in Legende geben sollte - und Masul kämpft seinen eigenen Kampf gegen den alten Feind.
4,5 Sterne
 
Erzählstil
Wie schon in der "Bibliothek der flüsternden Schatten" weiß El-Bahay durch die orientalische Atmosphäre zu überzeugen, die er äußerst glaubhaft herüberbringt. Man kann die Hitze und den Wüstensand regelrecht spüren, wenn man sich mit einem Tee in seinem Lieblingssessel vor dem Kamin zusammenrollt. Auch dass ein Teil der Informationen durch von den Charakteren erzählte Geschichten geliefert wird, fügt sich grandios in die Handlung ein.
4 Sterne
 
Charaktere
Anûr ist gleichzeitig abenteuerlustig, mutig und doch öfter unsicher. Ich finde es gut, dass er Zweifel hegt, und dass sein Großvater stets von großer Bedeutung für ihn ist.
Masul aber mag ich fast noch lieber als den Protagonisten, da er, der Prinz, sich schon recht früh in einer Lage befindet, die ihn dazu zwingt, "outside of the box" zu denken und doch an die Legenden zu glauben. Seine Beharrlichkeit, mit der er sich gegen seine Gefangenschaft auflehnt, finde ich sehr schön gezeichnet.
Salia, Fis und Hadukaba ergänzten Anûr in vielerlei Hinsicht und jede ihrer Persönlichkeiten ist glaubhaft und voller verschiedener Facetten.
Der Feind ist das Böse selbst, und doch zeigt sich auch in ihm seine Sterblichkeit, da auch er sich bis zu Letzt seiner Sache nicht sicher sein kann.
Und Meno liebe ich jetzt schon!
4,5 Sterne
 
Fazit
Es ist, zugegeben, im Gegensatz zu "Ein Lied von Eis und Feuer" oder "Das Schwert der Wahrheit" leichte Fantasy-Kost. Aber Akram El-Bahay braucht sich mit dieser Trilogie bestimmt nicht verstecken! Ich finde, das Buch macht den Fantasy-Genre für viele zugänglicher, als er manchmal erscheint. Die Charaktere sind liebenswert und von den Folgebänden erwarte ich mir nun einiges!
4,25 Sterne



Samstag, 30. Dezember 2017

Read: Weihnachtsgeschenk

Für gibt es nichts Schöneres, als unter dem Christbaum vielen, viele Bücher liegen zu sehen, die nur darauf warten, gelesen zu werden!

Das lag unter meinem Christbaum dieses Jahr:

(c) Thalia.de


Klappentext
Ein magischer Ort in den Wolken. Eine Heldin, die ein bisschen zu neugierig ist. Und das Abenteuer ihres Lebens. Der neue Roman von Bestsellerautorin Kerstin Gier.
Hoch oben in den Schweizer Bergen liegt das Wolkenschloss, ein altehrwürdiges Grandhotel, das seine Glanzzeiten längst hinter sich hat. Aber wenn zum Jahreswechsel der berühmte Silvesterball stattfindet und Gäste aus aller Welt anreisen, knistert es unter den prächtigen Kronleuchtern und in den weitläufigen Fluren nur so vor Aufregung. Die siebzehnjährige Fanny hat wie der Rest des Personals alle Hände voll zu tun, den Gästen einen luxuriösen Aufenthalt zu bereiten, aber es entgeht ihr nicht, dass viele hier nicht das sind, was sie vorgeben zu sein. Welche geheimen Pläne werden hinter bestickten Samtvorhängen geschmiedet? Ist die russische Oligarchengattin wirklich im Besitz des legendären Nadjeschda-Diamanten? Und warum klettert der gutaussehende Tristan lieber die Fassade hoch, als die Treppe zu nehmen? Schon bald steckt Fanny mittendrin in einem lebensgefährlichen Abenteuer, bei dem sie nicht nur ihren Job zu verlieren droht, sondern auch ihr Herz.

Freitag, 29. Dezember 2017

Rezension: Das Blut der Könige (Lytar-Chronik 3) (Richard Schwartz)

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch :)
Ich weiß, es gab lange Stille von mir - Zwangspause wegen dem Studium. Endlich habe ich mal wieder Zeit für ein paar Rezensionen. Viel Spaß!

"Nun, das war es dann wohl." - "Nein, das war erst der Anfang."

Klappentext
Das Abenteuer um Garret und seine Gefährten geht in die letzte Runde: ist die Macht des Bösen wirklich besiegt? Und können die Verbündeten die legendäre Krone vonLytar tatsächlich in Besitz nehmen? Endlich werden die letzten Geheimnisse gelüftet - und das Blut der Könige wird fließen... (c) PIPER

(c) Thalia.de
Taschenbuch: 13,00 €
eBook: 9,99 €

Covergestaltung
Vom ersten biszum letzten Band prangt die Krone von Lytar aufdem Titelbild. Auch diesmal werden im Hintergrund wieder Elemente aus der Geschichte aufgegriffen und realistisch dargestellt. Hier ist es der Golem von Berendall und der Tempel der Misral zu Lytar. Stimmig in grünblau und schwarz gehalten.
5 Sterne

Inhalt
Wie in den ersten beiden Bänden verfolgen wir gemeinsam mit Lamar di Aggio, dem Gesandten von Thyrmantor, die Geschichte um die Rückeroberung Lytars im Gasthof von Lytara. Langsam werden dem Gesandten die Identitäten der Anwesenden bewusst, und das gerade rechtzeitig, da sich der Prinz von Thyrmantor im Anmarsch befindet, um die Krone von Lytar in Empfang zu nehmen.
Gleichzeitig sollten die jungen Gefährten Garret, Tarlon, Argor und Sina eigentlich nach Lytara zurückkehren, doch eine wichtige Aufgabe hält sie zurück: Garret soll im Aufrag des Artifciers Knorre den Golem von Berendall wiedererwecken, damit die feindliche Flotte aus Thyrmantor abgewehrt werden kann. Obwohl dies gelingt, ist die Vernichtung der Flotte nicht auf den Golem zurückzuführen, sondern auf den jungen, von Hass und Enttäuschung getriebenen Falkenreiter Marten zurückzuführen, dessen Gefühle sich zu einen großen Gefahr für Lytar entwickeln. Als die Freunde dann noch nach einem Überfall in Thyrmantor landen, heckt Garret einen seiner verrückten Pläne aus: er will seinen geschworenen Erzfeind, den Grafen Lindor, den Prinzen Selmark und den Drachen Nestrok aus den Klauen des Feindes Belior befreien und mit ihnen nach Lytara zurück kehren. Auch die Kriegsbestien Beliors, die Kronok, scheinen einen unerwarteten Weg einzuschlagen, und auf welcher Seite stehen nun die Elfen...
4 Sterne

Erzählstil
Gewohnt sympathisch, wie schon in der Askir-Reihe. Auch wenn die eine oder andere Liebesbezeihung etwas... nun ja, gezwungen wirkt. Ich finde es gut, dass der Autor auch mit einer jüngeren Besetzung der Hauptcharaktere ähnlich gut klarkommt wie mit den Erwachsenen aus der Askir-Reihe. Auch das Zwischenspiel mit Lamar di Aggio ist sehr ansprechend, zumal einige der Charaktere dort sich zu echten, sturen, älteren Menschen entwickelt haben.
4 Sterne

Charaktere
Ich hätte mir lediglich gewünscht, dass Elyra eine größere Rolle erhalten hätte. Ansonsten: die Rasselbande wächst einem schon sehr ans Herz.
3,5 Sterne

Fazit
Es ist ein guter Abschluss für die Trilogie geworden, und die Neuauflage hat sich für die Reihe auf jeden Fall gelohnt. Wenn man Askir kennt, erscheint einem am Ende der Bücher, der Kernder Handlung, nämlich die Wiedererstarkung eines toten Gottes, gar nicht sooo fremd, aber wie schon gesagt, die Besetzung ist um einiges jünger und nicht so kampferprobt wie Havald, Leandra, Serafine und Co. Von daher gibt es einige lustige Einblicke.
4 Sterne

Mittwoch, 20. Dezember 2017

Read: Mein SUB (Dezember 2017)

Nun, ich hatte euch doch einmal von meinem ehrgeizigen Ziel berichtet, meinen SUB von 54 Büchern (September 2017) zu halbieren... mal sehen, was seitdem passiert ist: 54 - 8 = 46...


Fantasy

Cloaked (Alex Flinn)
Dark Angels Winter (Beate Theresa und Susanne Hanika)
Das kleine Volk (Steve Augarde)
Der Elfenwald (Steve Augarde)
Die Gabe (Alicia Croggon)
Die Geomantin (Ian Irvine)
Die Insel der besonderen Kinder (Ramson Riggs)
Die Zauberer I (Michael Peinkofer)
Die Zauberer II (Michael Peinkofer)
Do Androids Dream of Electric Sheep? (Philip K. Dick)
Earthsea Quartett (Ursula Le Guin)
Elantris (Brandon Sanderson)
Graveminder (Melissa Marr)
Hereafter (Tara Hudson)
King of Lanka (David Hair)
Numbers (Rachel Ward)
Souls in Exile (David Hair)
The Adversaries (David Hair)
The Name of the Wind (Patrick Rothfuss)
The Wise Man's Fear (Patrick Rothfuss)

Historische Fantasy

Das falsche Herz des Meeres (Hilke Rosenboom)
Die Landkarte der Zeit (Félix J. Palma)
Hourglass I (Myre McAntire)
Malva (Anne-Laure Bondoux)
The Thief of Time (John Boyne)

Klassiker

A Farwell to Arms (Ernest Hemmingway)
David Copperfield (Charles Dickens)
For Whom the Bell Tolls (Ernest Hemmingway)
Jane Eyre (Jane Austen)
Middlemarch (George Elliot)
Northanger Abbey (Jane Austen)
Pygmalion (George Bernhard Shaw)
The Moonstone (Wilkie Collins)
The Old Man and the Sea (Ernest Hemmingway)
Vanity Fair (William Makepeace Thackeray)

Liebesromane

Das Orchideenhaus (Lucinda Riley)
Snow Falling on Cedars (David Gutterson)
Starcrossed (Josephine Angelini)

Romane

Bog Child (Siobhan Dowd)
Das Wolkenschloss (Kerstin Gier)
Lettera a un bambino mai nato (Oriana Fallaci)
My Sword Hand in Singing (Marcus Sedgwick)
One Hundred Names (Cecilia Ahern)
Rooms (Lauren Oliver)
Sei come sei (Melania Mazzucco)
Serenità (Achmed Hamdi Tanpinar)
The Bonesetter's Daughter (Amy Tan)
The Client (John Grisham)
The Confession (John Grisham)
The Day of the Jackal (Frederic Forsyth)
The Ocean at the End of the Lane (Neil Gaiman)
The Quiet American (Graham Greene)
Young Nick (Jürgen Seidel)

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Bestellt:

Das Blut der Könige (Richard Schwartz)
Flammenwüste I (Akram El Bahay)
Successor's Promise (Trudi Canavan)
Zeitenzauber I  (Eva Völler)

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Wunschliste:

Das blaue Medaillon (Martha Sophie Marcus)
The Rithmathist (Brandon Sanderson)
Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt? (Christina Günak)
Wir beide, irgendwann (Jay Asher)

Empfohlen

GTB #7: zum ersten Mal Süßkartoffeln!