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Dienstag, 17. Juli 2018

Rezension: Das Blaue Medaillon (Martha Sophie Markus)

Die Masken der Gesellschaft

(c) Thalia.de
Taschenbuch: 11,00 €
E-Book: 8,99 €
 

 Klappentext

 An einem einzigen Tag gerät Alessas Leben völlig aus den Fugen. Ihre Tante stirbt, kurz nachdem sie ihr ein geheimnisvolles Medaillon gegeben hat. Am selben Abend wird ihr Großvater ermordet, der sie nach dem Tod ihrer Eltern großgezogen und zur Diebin ausgebildet hat. Alessa selbst entgeht nur knapp einem Anschlag und flieht mit Mühe und Not aus Venedig. Ihr Ziel: Celle, wo ihr einziger verbliebener Verwandter lebt. Doch auch hier, am Hof des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg, ist sie nicht sicher. Der Mörder ihres Großvaters ist ihr dicht auf den Fersen, und er ist nicht der Einzige, der es auf das Medaillon abgesehen hat.

Cover

Das Cover ist schlicht und gleichzeitig ein wenig mysteriös. Leider spielt es nur auf den Teil am herzoglichen Hof an, ich hätte es gerne etwas düsterer gehabt, schließlich bangt Alessa ja um ihr Leben...
 
3 Sterne

Inhalt

Alessa gehört nicht unbedingt der ehrlichsten Gesellschaftsschicht Venedigs an: von ihrem Großvater lernt sie, wie man stiehlt, und von ihrer Tante, wie man schauspielt. Als diese beide Ankerpersonen jäh aus Alessas Leben gerissen werden, bleibt ihr keine andere Wahl, als aus Venedig zu fliehen - und dies, mit einer Schauspieltruppe. Unter falschem Namen und mit ihren wenigen verbliebenen Habseligkeiten reist sie Richtung Norden, bis an den Hof des Herzogs von Braunschweig-Lüneburg. Wird ihr Cousin sie erkennen und ihr helfen? Meinen die Schauspieler es wirklich gut mit ihr? Schafft Alessa es, ihrem mörderischen Verfolger zu entkommen? Und wie fügt sich der hübsche Gardist in all das? Niemand ist wirklich der, der er zu sein scheint.

5 Sterne

Erzählstil

Martha Sophie Marcus hat eine sehr lebendige Art zu schreiben. Alessa kommt dem Leser von der ersten Seite an wie eine beste Freundin vor, die man seit Kindertagen kennt. Im Nu ist man mit ihr auf den Dächern Venedigs unterwegs, spürt ihren Herzschlag, als sie ihren Häschern entwischt oder als sie Arthur in die Augen blickt. Die Kapitel aus Alessas Sicht sprühen vor Lebensfreue, festem Willen und der italienischen Leichtigkeit. Arthurs Kapitel hingegen sind ein gutes Spiegelbild, eine ruhige, geradlinige, typische deutsche korrekte Pause von Alessas Quirligkeit. Die Spannung bleibt stets aufrechterhalten und gleichzeitig sieht man sich regelrecht in der historischen Epoche.

4,5 Sterne

Charaktere

Wie gerade erwähnt, überzeugt das Buch mit der Dualität zwischen der lebendigen Italienerin, die nicht so ganz vom Stehlen ablassen kann, und dem aufrichtigen Arthur von Kühne. Auch wenn es sich natürlich um Stereotypen handelt, wirken die beiden Hauptcharaktere kein bisschen überzeichnet, sondern eher liebevoll beschrieben. Ich kann mir beide bildlich vorstellen und würde mit ihnen gerne noch mehr Zeit verbringen.
Auch die Nebencharaktere wirken lebensecht. Sie fügen sich gut in die Zeit des Romans ein und jeder einzelne ist eine unabhängige Einheit, mit seinen besonderen Eigenheiten.

4,5 Sterne

Fazit

Ein sehr gelungener, kurzweiliger und doch sehr emotional bewegender historischer Roman! Ich freue mich, noch weitere dieser Schätze aus der Feder der Autorin zu entdecken!

4,25 Sterne

Donnerstag, 11. Januar 2018

Rezension: Die magische Gondel (Zeitenzauber 1) (Eva Völler)

Durch eine Leserunde, auf die ich mich im Sommer beworben hatte, bin ich auf die Bücher von Eva Völler aufmerksam geworden. Warum sie mir nicht früher in die Hände gefallen sind, weiß ich nicht 😊

"Mit vielen wundervoll gerollten Rs."

Klappentext
Die 17-jährige Anna verbringt ihre Sommerferien in Venedig. Bei einem Stadtbummel erweckt eine rote Gondel ihre Aufmerksamkeit. Seltsam. Sind in Venedig nicht alle Gondeln schwarz? Als Anna kurz darauf mit ihren Eltern eine historische Bootsparade besucht, wird sie im Gedränge ins Wasser gestoßen - und von einem unglaublich gutaussehenden jungen Mann in die rote Gondel gezogen. Bevor sie wieder auf den Bootssteg klettern kann, beginnt die Luft plötzlich zu flimmern und die Welt verschwimmt vor Annas Augen... (c) Baumhaus-Verlag

 (c) Thalia.de
Taschenbuch: 8,00 €
eBook: 6,99 €
Hörbuch: 10,99 €
 
Cover
Spielerisch und gleichzeitig atmosphärisch gestaltet mit dem Rund eines Ziffernblattes, der Silhouette Venedigs und schließlich der roten Gondel. Lediglich das riesige weiße Ungetüm von Kleid...
4 Sterne

Inhalt
Anna ist völlig uninteressiert an den archäologischen Forschungen ihres Vaters - hätte sie doch mal besser aufgepasst, als er ihr von dem anachronistischen Brief erzählte, den er gefunden hat... Stattdessen macht sie sich auf einen Stadtbummel mit dem deutschen Jungen Matthias und ersteht eine Maske in einem abgelegenen Geschäft. Als sie sich dann bei der Bootsparade nach ihrem Sturz im Venedig der Vergangenheit befindet, scheint die Maske eine gewisse Rolle zu spielen, von der jedoch weder Anna noch ihr vermeintlicher Retter, Sebastiano, etwas wissen. Zudem ist Anna auf den rüpfelhaften jungen Italiener angewiesen, um nachhause zurückzukehren- genau wie Clarissa, eine Französin aus der Zeit der französischen Revolution, die nicht ganz ehrlich mit Anna ist. Und was hat Anna eigentlich mit den Schurken zu tun? Hat sie vielleicht doch noch eine Rolle zu spielen?
3,5 Sterne

Erzählstil
Angenehm flockig leicht, wie man es sich für eine romantische Komödie wünscht. Ausreichend historische Referenzen sind ebenfalls vorhanden und machen den Zeitsprung glaubhaft. Man wird sofort in die Geschichte hineingezogen.
3,5 Sterne

Charaktere
Anna ist keinesfalls hilflos und kommt gar nicht mit ihrer unausweichlichen Abhängigkeit von Sebastiano klar. Eine sehr sympathische Protagonistin.
Sebastiano... nun, mehr Klischee geht ja wohl nicht, "Latin Lover", ja von wegen! Aber das tut der Geschichte keinen Abbruch, denn auch er schlägt sich recht gut und kann irgendwann doch mal eine Schwäche eingestehen.
Clarissa finde ich vorzüglich gezeichnet, gerade ihr mangelnder Hang zur Wahrheit sorgt für einige Verwirrungen.
Alle Nebencharaktere erscheinen sehr glaubhaft und man merkt schnell, wie viel Liebe im Detail steckt.
4 Sterne

Fazit
Alles in allem eine runde, romantische Geschichte mit Zeitverschiebung. Sehr angenehm für zwischen durch und für einen kurzweiligen Ausflug nach La Serenissima.
3,75 Sterne

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