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Sonntag, 22. Juli 2018

Reisetagebuch: Oslo - Tag 2

Der Fjord von Oslo

 
An meinem zweiten Tag in Norwegens Hauptstadt genieße ich den wunderschönen Backdrop des Fjords, indem ich mich schon in aller Frühe am Rathauspier (Rathuskaia) einfinde, um von dort aus meine Tagesexkursion zu starten. Das Ziel: die Museumshalbinsel Bygdoy!

Blick von Bygdoy auf die Askerhus Festung
 
Mit der ersten Museums-Fähre (69 NOK) geht es los, im strahlenden Licht der Sonne, die sich auf dem Wasser spiegelt und mich daran erinnert, eine gute Schicht Sonnencreme aufzutragen. Hier oben im Norden ist die Ozonschicht besonders dünn, weshalb man seine Haut umso besser schützen sollte. Von der Ferne aus erkenne ich schon das Fram-Museum und die Oscars Hall.
Vikingerschiff
 
Meine erste Station auf Bygdoy ist allerdings das Vikinghuset (100 NOK), ein kreuzförmiges Gebäude, in dem die Funde aus drei Schiffsbegräbnissen ausgestellt sind. Hier lohnt es sich wirklich, früh dran zu sein, bevor die Touristengruppen eintreffen und man nur noch Chinesisch hört.
 
Danach geht es weiter in das Nordische Volksmuseum (130 NOK), ein Freilichtmuseum, in dem man etwa jedes zweite oder dritte Gebäude betreten kann und so in das Leben der Norweger in der Stadt und auf dem Land eintauchen kann. Ich finde, es ist wunderschön angelegt, so dass man von der Vorstadt in die Stadt gelangt, dann hinaus aufs Land der Nordregionen, und zurück zu den großen Höfen. Viele Darbietung sind zusätzlich geboten und man kann sich mit den Schaustellern austauschen.
Tabakladen im Nordischen Volksmuseum
 
Aber das war noch längst nicht alles, was es auf der Museumshalbinsel zu sehen gibt. Ich schlage einen Bogen zum zweiten Anlegepier, wo sich gleich drei Museen zum Thema Schiffe befinden, von denen ich ursprünglich nur das Fram-Museum besuchen wollte. Schließlich entscheide ich mich, auch in das Maritime Museum zu gehen, das die Geschichte der norwegischen Seefahrt sehr ausführlich darstellt, zum Beispiel in Hinblick auf die Polarexpeditionen, auf die Seekreuzfahrt oder die Rolle der norwegischen Handelsflotte in den beiden Weltkriegen. Sehr, sehr spannend! Das Vasa-Museum geht noch detaillierter auf die Polarexpedtionen von Nansen und Admussen ein und man kann sogar an Bord der Fram und der Goya klettern! Allerdings ist es in den Schiffen auch sehr stickig, weshalb ich meinen Besuch abbrechen musste.
Die Goya
 
Nach einem kurzen Mittagessen, bei dem ich die Beine ins Wasser halte und mit Graugänsen ratsche, geht es mit der Hop-on-Hop-off-Tour weiter durch die Fjordinseln bis zur Oper (100 NOK), wo ich an einer Führung teilnehme. Die Norwegische Oper entstand 2009 und soll die beiden charakteristischen Landschaften Norwegens darstellen: die schroffen Gletscher und ihr Eismeer, sowie die warmen Wälder. Wunderbar gelungen in meinen Augen! Vor der Oper schwimmt außerdem eine Statue aus Glas und Stahl, die einem Gemälde von Caspar David Friedrich nachempfunden ist.
Das Foyer der Norwegischen Oper
 
Den Tag lassen ich mit einer köstlichen Portion Pasta Frutti di Mare in der Ostbanehallen (195 NOK) ausklingen und springe zum Abschluss noch auf die Fähre nach Hovedoya, wo ich mich den Einheimischen zum abendlichen Schwimmen anschließe und auf dem Rückweg noch die Ruinen eines Zisterzienserklosters erkunde.
Ruinen des Zisterzienserklosters auf Hovedoya

Montag, 16. Juli 2018

Reisetagebuch: Oslo - Tag 1

Dienstag, 03.07.2018

Anreise Paris CDG - Oslo Gardermoen

Ich sitze seit 6 Uhr am Flughafen, weil meine Mutter zu ihrer Arbeit nach Deutschland fliegen musste. Mein Flieger geht aber erst um 10 Uhr 40. Ich bestelle mir also ein viel zu teures Frühstück (6,50 €) und mache mich daran, meine Hausaufgaben abzuarbeiten. Fernstudium ist praktisch, das kann man überall machen, auch am Flughafen. Bei schwülen 28 Grad steige ich endlich mit der letzten Boardinggruppe in den Flieger. Es geht los! :)

Kleiner Dämpfer ist nur, dass das Flugzeug auf unangenehme - ich hoffe - 20 Grad heruntergekühlt wird. Habe mich Gott sei Dank miz langer Hose und Jacke gewappnet. Aber großer Bonus: wir fliegen von Westen in den Fjord von Oslo ein, überqueren ihn und bekommen so einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt und ihre Inseln. Man sieht sogar die Holmenkollen-Skisprungschanze! Von meiner Gastgeberin erfahre ich später, dass es eher selten ist, dass über den Fjord eingeflogen wird.
 
Oslo Fjord von oben
 
Am Flughafen angekommen geht alles kinderleicht. Ich habe mir die Zugticketapp von Ruter bereits zuhause auf's Handy geladen und das Zugticket (101 NOK) per Karte bezahlt. 2 Minuten bevor man in den Zug steigt, muss man es aktivieren (dafür braucht man stabilen WLAN, der vom Flughafen ist leider alles andere als stabil, also die guten alten mobilen Daten aktivieren -.-). Die Züge gehen im 10 Minutentakt. Am Hauptbahnhof hole ich mir im Visitorcenter meinen OsloPass (72 h) ab, der es mir ermöglicht, in den Zonen 1 bis 2 die öffentlichen Verkehrsmittel inklusive der Fähren zu den Inseln zu nutzen, und vielen Museen zu besuchen. Um 14 Uhr 30 etwa checke ich in meinem Zimmer in Nordstrand, circa 15 Minuten mit der Tram zum Zentrum, ein, nehme eine kalte Dusche und auf geht's!
 

Erste Erkundungen


Bilder in Relief für Blinde, Edvard Munch Museum
 
Der erste Stopp ist das Edvard Munch Museum (120 NOK). Dafür nehme ich die Tram zum Hauptbahnhof und von dort die Metro bis Torget. Es dauert etwas, bis ich das unscheinbare Museum gefunden habe. Ich wusste bereits vorher, dass ich den Schrei hier nicht finden würde, aber mir ging es eher darum, die Entwicklung des Malers nachzuverfolgen. Dafür ist dieses Museum sehr gut, das frühe bis sehr späte Werke zeigt. Ein kleines Booklet zur Ausstellung erläutert die Hintergründe der wichtigsten Gemälde - leider darf man es nicht mitnehmen.

Gewächshaus, Botanischer Garten
 
Der zweite Stopp ist direkt neben an: der Botanische Garten (frei). Es interessant angelegter Außenbereich: in verschiedenen Terrassenlandschaften kann man die Flora ganz Norwegens erkunden. Am niedrigsten Punkt befindet sich eine kleine Freilichtausstellung zum Thema Wikinger mit einem stilisierten, begehbaren Schiff. Das Gewächshaus ist ebenfalls sehenswert und beherbergt verschiedene exotische Pflanzen.

permanente Ausstellung zu den Nobelpreisträgern, Friedensnobelpreiscenter
 
Als nächstes habe ich per Tram einen Bogen zurück zum Stadtzentrum geschlagen und habe das Friedensnobelpreiscenter (100 NOK) am Rathauspier besucht. In Oslo wird der Friedensnobelpreis verliehen, alle anderen Nobelpreise werden in Stockholm verliehen. Eine ausführliche Ausstellung über den Nobelpreisträger von 2017, ICAN, berichtet über den bisherigen Einsatz von Atomwaffen und den Kampf gegen sie. Anschließend gelangt man in die permanente Ausstellung zu sämtlichen Preisträgern (Foto), die aus Monitoren besteht, die auf Beschattung bzw. Annäherung reagieren und kurz den Betrag der jeweiligen Preisträger schildern.

Abendessen
 
Irgendwann hat mich dann der Hunger erwischt. Essen in Oslo ist eher teuer, zum großen Teil teurer als in Paris. Der Mittagstisch ist günstiger, aber man kann auch abends mit einem Hauptgang glücklich werden. Ab 11 Uhr 30 haben die meisten Lokale bis in die Nacht geöffnet. Das Pipervika bietet Frisches aus dem Meer - für mich Miesmuscheln in Weißwein und Pommes mit Remoulade (225 NOK). Das Restaurant liegt direkt am Rathauspier mit wunderbarem Blick über den ganzen Hafen und hinaus in den Fjord. Man kann von hier aus den Fähren beim Kommen und Gehen zusehen. Sehr lecker!

Rathaus

Zum Abschluss begebe ich mich noch auf einen Spaziergang entlang des Hafens, ausgehend vom Rathaus, um die Akerhusfestung bis hin zur Oper. Mit der Tram fahre ich letztendlich zurück nach Nordstrand und schlafe müde ein...

Akerhusfestung aus der Renaissance

 [Wundert euch nicht wegen dem Datum auf den Fotos, meine Kamera hatte ein paar Problemchen ;) ]

Sonntag, 15. Juli 2018

Travel: Skandinavische Hauptstädte (10 Tage) - Planung

Hallo ihr Lieben :)

Schön, dass ihr mal wieder auf meinem Blog vorbeischaut. Es ist ja immer so eine Sache, mit der Regelmäßigkeit, wenn man studiert und/oder arbeitet. Aber jetzt könnt ihr euch für die nächsten paar Wochen auf viel Action auf diesem Blog freuen!

Die Norwegische Oper im Fjord von Oslo

Frisch zurück aus meinem 10-tägigen Urlaub im Norden Europas, möchte ich euch nun noch einmal mit auf diese Reise nehmen. Vielleicht bekommt ihr ja auch Lust oder sucht nach Tipps und Erfahrungen für euren künftigen Urlaub? Lasst mir doch gerne einen Kommentar da, dann kann ich in einem späteren Beitrag auf eure Fragen eingehen. :)

Blick auf Frederiksborg in Hillerod

Kommen wir endlich zur Sache: 3 Städte in 10 Tagen - das will gut geplant sein und ich habe mir wirklich sehr viel Zeit genommen, meinen Urlaub zu planen. Neben der Prüfungszeit war das eine gute Verschnaufpause.

Urlaubsplanung

Zunächst stellte sich mir zu Frage, wie ich denn in den Norden komme. Ich wohne in der Nähe von Paris, also blieb mir letztendlich keine andere Wahl als das Flugzeug. Von Oslo hätte ich dann zwar mit dem Zug weiter nach Stockholm fahren können, aber dabei wäre ein Tag draufgegangen. Ähnliches gilt für die Fähre von Stockholm nach Kopenhagen. Was die Preise der Flüge angeht, hatte ich großes Glück: 4 Flüge für gerade einmal 150 € (ich habe im Januar gebucht).

Als nächstes musste ich mich um eine Unterkunft kümmern. Ich bin leider überhaupt nicht der Typ für Jugendherbergen, aber ich kann diese nur empfehlen, wenn ich mit Mehrbettzimmern kein Problem habt. In den drei Städten sollen die Herbergen sehr gut und besonders günstig sein. Ich habe mich stattdessen an Airbnb gehalten und drei Zimmer in der Nähe der Stadtzentren gefunden, die bezahlbar waren. In Oslo und Stockholm war sogar Frühstück inklusive, und davon so reichlich, dass ich mir Brote für das Mittagspicknick mitnehmen konnte. Damit konnte ich einiges an Geld sparen.

Anschließend ging es um die Frage "Citypass oder nicht?" Die Citypässe für Oslo, Stockholm und Kopenhagen kosten jeweils 692 NOK (72 h), 845 SEK (48 h) und 693 DK (72 h). In Oslo und Kopenhagen sind die öffentlichen Verkehrsmittel zum größten Teil mit inbegriffen, in Stockholm muss man eine Travelcard für 250 SEK (72 h) dazukaufen (-> ich werde noch einen detaillierten Vergleich der drei Citypässe in einem späteren Blogbeitrag hochladen). Letztendlich habe ich mich für die Citypässe entschieden.

Um diese jedoch ausnützen zu können, habe ich mir eine ungefähre Tagesplanung zurechtgelegt, um sicher zu sein, alles, was ich sehen wollte, auch irgendwie unterzubringen.

Oslo


3.7.18
13 h 00 Landung
14 h 00 (101 NOK) (.03, .13, .43) R10 DRAMMEN
14 h 30 Oslo Pass abholen Visitor Center
15 h 00 Bus HAUKETO STASJON
15 h 30 Check-in
16 h 00 Munchmuseet (120 / 60 NOK)
Botanischer Garten, Stadtrundgang
4.7.18
8 h 55 ferry Radhuskaia -> DRONNINGEN (69 NOK)
9 h 30 Vikinghuset (100 / 80 NOK)
10 h 30 Norsk Folkemuseum (130 / 40 NOK)
13 h 00 ferry Dronningen -> RADHUSKAIA
15 h 00 Norske Opera (120 -> 100 NOK)
16 h 00
Königliches Schloss
5.7.18
8 h 00 Bus 81 RADHUSET -> Tollboden -> Jernbanetorget
8 h 20 Tram 1 FROGNERSETEREN -> Holmenkollen
9 h 00 Holmenkollen (140 / 120 NOK)
12 h 00 Tram 1 HELSFYR -> Majorstuen
12 h 30 Vigelandparken
15 h 00 Norges Hjemmefrontmuseum
Altstadt
6.7.18
8 h 00 Check-out, Tram, Zug (.03, .13, .33)
11 h 40 Abflug

Stockholm


6.7.18
13 h 00 Landung
13 h 50 Bus
15 h 00 Katarinahissen
16 h 00 Langholmen baden
7.7.18
9 h 00 Kathedrale Storkyrkan (60 SEK)
10 h 00 Königliches Schloss (150 SEK)
12 h 30 Royal Canal Boat Tour (220 SEK)
13 h 30 Ferry Drottningholm
14 h 30 Drottningholm, Palace Gardens (350 SEK + 30), Theatre, Chinese Pavillon (100 SEK)

8.7.18
9 h 00 Junibacken (179 SEK)
11 h 00 Vasa Museum (130 SEK)
13 h 00 Rosendal Palast (100 SEK)
15 h 00 Skansen (180 SEK)
9.7.18
8 h 00 T 14 Mörby centrum, train 41 X Märsta, bus 583 Arlanda
9 h 17 Ankunft Flughafen
11 h 40 Abflug

Kopenhagen


9.7.18
13 h 00 Landung
14 h 00 Zug (alle 10 Minuten) -> HAUPTBAHNHOF, Koffer verstauen Ausgang Istedgade (80 DK)
15 h 00 Grand Canal Tour (250 DK) von Ved Stranden
16 h 30 Runder Turm (25 DK)
17 h 30 Check-in
18 h 00 Tivoli, Rathaus
10.7.18
9 h 00 Christiansborg Reception rooms, kitchen, chapel, ruins (150 / 125 DK)
11 h 30 Amalienborg (95 / 65 DK)
13 h 30 Christiansborg Ställe
14 h 30 Königliche Bibliothek, Börse
16 h 00 Rosenborg (110 / 75 DK)
11.7.18
9 h 00 Zug E -> HILLEROD
10 h 00 Frederiksborg (75 / 65 DK)
14 h 00 Zug E -> Central Station
15 h 00 Botanischer Garten
12.7.18
11 h 00 Zisternen (70 / 50 DK)
13 h 00 Zug -> Lufthavn


Was ihr in den nächsten Wochen erwarten könnt...

Neben den üblichen Rezensionen und Rezepten, wird der Monat Juli dieses Jahr von meiner Skandinavienreise bestimmt sein. Springt einfach mit auf den Zug auf und los geht's!

  • Reisetagebuch
  • Hits and Misses
  • Vorschläge für Tagestouren
  • Vergleich der Citypässe
  • Tipps und Tricks
Ihr könnt etwa alle ein bis zwei Tage mit einem neuen Blogeintrag rechnen.

Liebe Grüße,
Eure Serafina

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