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Dienstag, 19. Mai 2020

GTB #6: Kräuterstecklinge vermehren - eine Gegenüberstellung

Hallo ihr Lieben!

Gestern Abend war es mal wieder so weit: Stecklingsanzucht und Kräuterkonservierung! Der Rosmarin ist verblüht und treibt frisch aus, die Minze wächst mir über den Kopf, Oregano und Bohnenkraut brauchen einen Formschnitt.

Oregano: Vermehrung und Konservierung

Idealerweise findet der Schnitt von Kräutern entweder im zeitigen Frühjahr, nach der Blüte oder im Herbst statt. Ich habe allerdings festgestellt, dass gerade Thymian, Oregano und Bohnenkraut sehr positiven auf öfteres Zurückschneiden reagieren. Deshalb mache ich mich kurzerhand diese Woche an eben diese Aufgabe, vermehre gleichzeitig meine Kräuterpflanzen und trockne schon mal den ersten Schwung für den Winter.

Stecklingsanzucht

Da es bei meiner ersten Stecklingsanzucht dieses Jahr etwas mau aussah (Currykraut und Lavendel top, die andere eher Flop), habe mir überlegt, diesmal ein Experiment zu starten. Stecklingsanzucht im Wasserglas vs. in feuchter Erde. Letztere Methode wende ich normalerweise an und das funktioniert sonst immer sehr gut. Ich vermute, dass sie im Februar / März nicht warm genug standen...

Vielleicht wollt ihr euch mir anschließen und mit experiementieren? Ich würde mich sehr über einen Erfahrungsaustausch freuen!

Vorgehen

Für beide Methoden schneidet man 10 bis 15 cm lange, möglichst nicht verholzte Triebe ohne Blütenansatz von der Pflanze. Die Blätter auf dem unteren Drittel bis Hälfte werden entfernt - bei mir landen sie gleich in der Küche ;)

Methode 1: Ein Glas mit Wasser füllen und die Stecklinge hineinstecken. Darauf achten, dass der blattlose Teil des Stiels immer mit Wasser bedeckt ist. Nach ein paar Wochen bilden sich schon die ersten Wurzeln und der Steckling kann in die Erde.

Stecklinge von Rosmarin, Bohnenkraut, Minze und Oregano mit der Wassermethode

Methode 2: Ein Töpfchen mit Anzuchterde füllen, den blattlosen Teil des Stecklings in Anwurzelungspulver wälzen und in die Erde Stecken. Die Erde muss stets feucht gehalten werden. Am besten das Töpfchen auf einen vollen Untersetzer stellen. Ich habe weder Anzuchterde noch Anwurzelungspulver, von daher kommen sie einfach in normale Erde mit Sand gemischt. Wenn die Stecklinge zum Austreiben beginnen, können sie ausgepflanzt werden.

Stecklinge von Rosmarin, Bohnenkraut, Minze und Oregano mit der Erdmethode

Ich habe von jedem Kraus jeweils 10 Stecklinge ins Wasser und 10 Stecklinge in die Erde gesteckt. Ich bin mal gespannt, wie das Endergebnis aussieht!

Kräuterkonservierung

Dieses Jahr möchte ich meine Gartenkräuter für den Winter haltbar machen. Dafür habe ich mir zwei Trocknungsmethoden herausgesucht, die ich testen möchte. 

Methode 1: Der Oregano hat gestern den Anfang gemacht und hängt als Sträußchen schon am Kräuterkarusell. Heute soll noch das Bohnenkraut dazukommen und ich denke, dass ich die Oreganostäuße nochmal teilen werde, damit sie auch genug Luft abgekommen. 

Oregano auf dem selbstgebastelten Kräuterkarusell

Methode 2: Heute werde ich den Thymian zurückschneiden. Zur Konservierung werde ich die Zweige in eine mit einem Küchentuch ausgekleidete Kiste legen.

Bei dem guten Wetter diese und nächste Woche sollten die Kräuter in einer Woche so trocken sein, dass ich die Blätter abtrennen, zerrebeln und in Schraubgläser überführen kann. 

Wie macht ihr eure Kräuter haltbar: trocknen oder einfrieren? Wie vermehrt ihr eure Kräuter: Wasser oder Erde?

Donnerstag, 14. Mai 2020

GTB #4: Was ich anbaue - Mischkulturen und Kulturfolgen

Raucht euch auch immer der Kopf, wenn ihr euren Gemüsegarten plant? Oder seid ihr ganz neu mit dabei und komplett überfordert? Ihr seid nicht allein!

Heute möchte ich euch mal mit auf die ersten Schritte meiner Gartenplanung nehmen. Ein bisschen was darüber habe ich euch ja schon hier erzählt. Diesmal gehen wir ein bisschen mehr ins Detail und schauen uns die einzelnen Sorten an, die ich anbaue, sowie die Mischkulturen, die die Hauptsaison über in den Beeten stehen werden.


Sorten und Saatgutbezugsquellen

Ich arbeite mit Saatgut von Graines de Folie (französischer Anbieter für Biosaatgut), Sperli (samenfestes Saatgut, Deutschland), Vilmorin (größter französischer Saatgutanbieter, leider nicht bio..., bin am Reste aufbrauchen) und Wolfgang Meier (Deutschland). Mit den Keimquoten bin ich bei allen eigentlich recht zufrieden.

Blühpflanzen

  • Artischocke: Vert de Provence
  • Duftende Blatterbse
  • Jungfer im Grünen
  • Kapuzinerkresse: Compact Naine en mélange
  • Kamille: Wilde Kamille (Matricaria recutita)
  • Kornblume: Centaurée mauve (Centaurea cyanus)
  • Kosmea: Bright Lights
  • Malve: Grande Mauve (Malva sylvestris mauritiana)
  • Mohn: Wilder Mohn (Papaver rhoeas)
  • Nelken-Leimkraut: Silene armeria
  • Sonnenblumen: Sperli's Helios, Beauté d'Automne (rote)
  • Tagetes: Oiellet d'Inde flamboyant (Tagetes patula)
  • Vergissmeinnicht: Myosotis sylvatica

Nachtschattengewächse

  • Aubergine: Violetta di Firenze, Italian Long Purple
  • Chili: Royal Black, Cayenne gelb, Cayenne rot
  • Physalis: Inkapflaume
  • Tomaten: Blush Tiger, Purple Bumblebee, Punk Bumblebee, Golden Bumblebee, Pink Tiger, Green Tiger

Wurzelgemüse und Knollen

  • Karotte: Rainbow Mix
  • Knollenfenchel: Selma
  • Kohlrabi: Purple Vienna
  • Lauch: Poireau bleu de Solaise
  • Pastinake: Sutton's Student
  • Petersilienwurzel: Lange Oberlaaer, Halblange
  • Radieschen: French Breakfast 3, Mélange multicolore, Noir gros long d'hiver de Paris
  • Rettich: Chandelle de glace
  • Steckrübe: Boule d'or

Kürbisgewächse und ähnliches

  • Gurke: Le Généreux, Citron
  • Kürbis: Butternut, Red Kuri
  • Okra: Clemson spineless
  • Zucchini: Black Beauty, Gold Rush, Verte d'Italie, Genovese

Blattgemüse

  • Asiasalate: Pak Choi Tatsoi, Mustard Red Giant, Mizuna, Taatsai, Joi Choi
  • Blattstielgemüse: Stielmus, Chou quarantina
  • Chicorée: Verte de Catalogne, Rossa di Treviso 
  • Erdbeerspinat: Sperli's Rote Gans
  • Feldsalat: de Hollande, Verte de Cambrai
  • Kohl: Red Russian (Grünkohl), Early Purple Sprouting (Brokkoli)
  • Mangold: Bright Lights, Rainbow, Rhubarb Chard
  • Neuseeländer Spinat
  • Rucola: Ruca
  • Salat: Celinet, Tamarindo, Flame, Grenobloise, Little Gem, Teide, Grand Rapids, Lollo Bionda
  • Spinat: Winterriesen

Mischkulturen

Kleine Warnung vorneweg: bei den nachfolgenden Mischkulturen handelt es sich um Pflanzengesellschaften, die ich anhand von Mischkulturtipps zusammengestellt habe, aber die ich noch nicht erprobt habe ;) Am Ende des Gartenjahres werden wir ja sehen, ob sie sich bewähren oder nicht! Für die Winterkulturen freue ich mich schon sehr auf Maries (Wurzelwerk) Tipps im Online-Kurs!

Für mich ist es, neben positiven Eigenschaften von einem Gemüse auf das andere, auch wichtig, die Beet so eng wie möglich zu bestellen, da sie nur 0,5 bis 1 m breit sind. Deshalb setze ich dieses Jahr auf eine "Reliefkultur", wenn ihr versteht was ich meine: rankende Pflanzen, die in die Höhe wachsen, darunter Blatt- und Wurzelgemüse. Ich habe die nachfolgenden Mischkulturen der Übersicht halber nach der Hauptkulturpflanze geordnet. Außerdem habe ich euch anschaungshalber ein paar Bilder eingefügt. Mit Fotos von den Beeten finde ich es leichter, die Gemüse räumlich einzuplanen.

Gurke


Im Hochbeet:
  • Gemüse: Stangenbohnen, Pastinake, Rettich
  • Kräuter: Borretsch, Currykraut, Dill, Thymian
In der Mörtelwanne im Gewächshaus (sofern die Zitronengurke keimen will):
  • Gemüse: Salat
  • Kräuter: Dill

Kürbis

Im Hochbeet 1:
  • Blumen: Tagetes
  • Früchte: Erdbeeren
  • Gemüse: Lauch, Rettich, Salat, Zucchini
Im Hochbeet 2:
  • Blumen: Kapuzinerkresse
  • Gemüse: Stangenbohnen, Neuseeländer Spinat, Topinambur, Wurzelpetersilie
  • Kräuter: Bohnenkraut

Im Beet:
  • Blumen: Malve, Sonnenblume, Vergissmeinnicht, Kornblume
  • Gemüse: Neuseeländer Spinat

Paprika / Chili

In Mörtelwannen im Gewächshaus oder auf der Brache
  • Blumen: Kapuzinerkresse
  • Gemüse: Karotte, Neuseeländer Spinat
  • Kräuter: Basilikum, Petersilie

Tomate

Im Hochbeet:
  • Blumen: Kamille, Tagetes
  • Frucht: Erdbeere
  • Gemüse: Buschbohnen, Lauch, Salat
  • Kräuter: Basilikum
In Mörtelwannen im Gewächshaus oder auf der Brache
  • Gemüse: Karotte, Neuseeländer Spinat, Pastinake, Radieschen, Salat
  • Kräuter: Basilkum, Petersilie

Zucchini

Im Hochbeet 1:
  • Frucht: Erdbeere
  • Gemüse: Mangold, Stangenbohne
  • Kräuter: Thymian


Im Hochbeet 2:
  • Blume: Kamille, Kapuzinerkresse, Tagetes
  • Gemüse: Fenchel, Neuseeländer Spinat, Radieschen, Salat
  • Kräuter: Oregano


Im Hochbeet 3:
  • Frucht: Erdbeere
  • Gemüse: Fenchel, Salat
  • Kräuter: Lavendel

Im Hochbeet 4:
  • Blume: Sonnenblume
  • Gemüse: Karotte, Rettich, Radieschen, Lauch, Stangenbohne
  • Kräuter: Borretsch, Dill

Im Hochbeet 5:
  • Blumen: Tagetes
  • Früchte: Erdbeeren
  • Gemüse: Lauch, Rettich, Salat, Kürbis

Welches sind eure liebsten Mischkulturen? Welche möchtet ihr dieses Jahr ausprobieren?

Dienstag, 12. Mai 2020

GTB #3: Die Eisheiligen - und wie man seine Pflanzen davor schützt

Wir haben den ersten Tag und die erste Nacht der Eisheiligen nun hinter uns - zählt ihr schon Todesopfer in eurem Garten?

Die Eisheiligen sind der Schreck vieler Gärtner, vor allem derer, die gerade erst mit dem Gärtnern anfangen. Hat man sich so richtig in sein erstes Gartenjahr gestürzt, viel Energie und Liebe in die Anzucht seiner ersten Gemüsepflänzchen gesteckt - und dann war es doch so lange so schön warm draußen. Ja, dann hat man der Versuchung nachgegeben und die Tomaten und Zucchini ins Freiland gesetzt. Plötzlich fror es und dahin ist es mit den Pflanzen - und ab ins nächste Gartencenter.

Wer sind die Eisheiligen überhaupt?

Die Eisheiligen bezeichnen eine Reihe von Heiligen Mitte Mai, also vom 11. bis zum 15. Mai, oft wird aber noch bis zum 21. Mai erweitert. Besondere Angst haben die Gärtner unter anderem vor der Kalten Sophie am 15. Mai.

Was nun? Weisheit oder Aberglaube?

Gerade in den letzten Jahren sind die Diskussionen um die "Richtigkeit" der uralten Gärtnerweisheit immer häufiger geworden. Der vermeintliche Grund, wir kennen ihn alle: der gute, alte Klimawandel. Jetzt ist das mit dem Klimawandel aber so eine Sache. Viele setzen ihn ja mit einer Klimaerwärmung gleich und schlussfolgern daher, fälschlicherweise, dass quasi jeder Tag im Jahr wärmer wird. Tatsächlich ist das natürlich im Jahrestrend der Fall und die Hitzerekorde türmen sich regelrecht in den Nachrichten. So kann es für Deutschland schon in mehreren dutzend bis hundert Jahren bedeuten, dass das Mittelmeerklima bis nach Deutschland wandert.

An der grundsätzlichen Funktionsweise des Wetters ändert das aber nichts. Wie wir es ja sehr anschaulich während des Corona-Lockdowns beobachten konnten, hatte wir super Wetter im April und Anfang Mai. Dabei hat sich die europäische Kontinentalmasse erwärmt, und zwar viel schneller als die nördlichen Meerflächen. So entstand ein Temperaturunterschied und damit ein Druckunterschied: ein Tiefdruckgebiet entsteht. Und mit diesem Tiefdruckgebiet kamen auch die bitterkalten Temperaturen.

Was in der Pflanze passiert...

Pflanzen bestehen zu mehr als der Hälfte aus Wasser, ganz ähnlich wie wir. Besonders bei nicht verholzten Pflanzen kann der Wasseranteil aber bis zu 90 % betragen. Wenn Wasser gefriert, dehnt es sich aus. So werden die Pflanzenzellen überdehnt und quasi ausgedehnt. Taut die Pflanze wieder auf, erscheint sie deshalb vertrocknet, da die losen Zellen das Wasser nicht mehr halten können.

In der Natur haben die Pflanzen Strategien entwickelt, um trotzdem die kalte Jahreszeit zu überstehen. So werfen Bäume das besonders anfällige Laub im Winter ab und ziehen das Wasser in ihre Wurzeln unter die Erde. Deshalb werden Bäume zur Holzproduktion etwa im November, Dezember und Januar gefällt, da so das Holz besser trocknet. Nadelbäume etwa nutzen ihr Harz wie eine Art Frostschutzmittel und immergrüne Blattpflanzen wie Berberitze haben besonders robuste, von einer Schutzschicht umgebenen Blätter.

Wie kann ich jetzt meine Pflänzchen trotzdem schützen?

Ihr schützt eure Pflänzchen zunächst, indem ihr Bodenfrost im Beet verhindert. Dieser würde nämlich die feine Wurzeln beschädigen. Dagegen hilft frischer Mulch aus abgelagertem Rasenschnitt. Durch die Abbauprozesse, die in der Mulchschicht stattfinden, wird Wärme freigegeben. 

Überirdisch könnt ihr bodennahe Pflänzchen mit einem dicken Gartenvlies oder einer Luftpolsterfolie schützen. Nicht vergessen, die Luftpolsterfolie während des Tages ein bisschen zu lüpfen, damit keine Kondensation entsteht. Daraus könnt ihr höheren Pflanzen auch mit einem paar Bambusstecken ein Zelt bauen.
 
 gekauftes Frühbeet (links) und selbstgebautes Frühbeet (rechts)

Professioneller sind dann natürlich schon Frühbeete. Wir haben gekaufte aus Plastik, deren Dächer man zum Lüften aufmachen und im Sommer komplett abnehmen kann. Dazu haben wir selber noch Dächer aus Luftpolsterfolie und Sprossengitter von ehemaligen Fenstern, die wir auf dem Sperrmüll ergattert haben, gebaut. Alte Duschtüren kann man aber auch zweckentfremden.

Kombination aus Duschtüren und Plastikeimern

Für einzelne Pflanzen könnt ihr auch gut Ton- oder Plastiktöpfe nehmen. Wir haben sehr viele Töpfe von Zusatzfutter für Pferde, da kommen zum Beispiel meine Erdbeeren drunter. Für die ganz jungen Einzelpflänzchen empfehle ich zudem eine halbe Plastikflasche, die gleichzeitig als Schneckenzaun, Minigewächshaus und Bewässerungsanlage funktioniert. Nachts wird der Deckel draufgedreht und mittags zum Lüften geöffnet.

Mangoldjungpflanzen in ihren Minigewächshäusern

Für das Gewächshaus empfiehlt sich eine Heizung, die ihr bei Bedarf hineinhängen könnt. Ihr könnt auch Grablichter hineinstellen. Hauptsache, ihr verhindert, dass dort drinnen friert.

 mit Luftpolsterfolie und Styropor isoliertes Glasgewächshaus (links) und mobiles Heizung (rechts)


Und? Seid ihr bereits für die Eisheiligen?



Montag, 11. Mai 2020

GTB #2: Wie ich meinen Gemüsegarten plane...

... und an der Realität scheitere ;)

Geht euch das auch so? Der große Plan, alles prima ausgetüftelt und dann steht ihr vor eurem Beet und habt eine Pflanze gesetzt und seht, dass vielleicht doch nur 3 anstatt 4 Pflanzen in eine Reihe passen? oder die Schnecken machen eurem jungen Wurzelgemüse und Salat zu schaffen, obwohl ihr euch doch schon so auf den ersten Salat mit Radieschen im Mai gefreut habt?

*seufz* Dann bin ich ja nicht die einzige!

Die Natur macht natürlich, was sie will, und da können wir noch so gut vorbereitet sein. Aber: immer Kopf hoch, und bereitet euch und euren Garten trotzdem so gut wie möglich vor. Das erspart freie Beete und, wenn ihr immer Vorzuchten zum Nachsetzen habt, auch ein wenig Frust, und sichert eure Versorgung durch den eigenen Garten.

Wie gehe ich vor?

Schritt 1: Für mich sind zwei Fragen zum Anfang des Gartenjahres ganz entscheidend:
  1. Was will ich unbedingt anbauen, da wir einen hohen Bedarf haben?
  2. Was möchte ich unbedingt ausprobieren?
Hier mal anschaulich meine Liste:

  1. Tomaten, Zucchini, Salat, Gurke, Fenchel
  2. Zitronengurke, Neuseeländer Spinat, Okra, Erdbeeren


Schritt 2: Anschließend blicke ich zurück auf das vergangene Gartenjahr und stelle mir die folgenden Fragen:
  1. Was (welche Technik, welches Gemüse...) hat gut funktioniert?
  2. Was hat nicht funktioniert?
  3. Woran könnte das liegen? 
  4. Will ich es nochmal, auf einem anderen Weg versuchen?
Das sähe dann bei wir wie folgt aus:
  1. Anbau von Zucchini und Gurke auf selbem Fleck wie im Jahr zuvor durch großzügige Aufdüngung der Beete; Zucchini-Mischkultur mit Rüben (Schatten); Fenchel, Rüben und Kohl überwintern; Wintermulchen und Strukturaufbesserung durch Falllaub; Mangold über Sommer an schattigeren Plätzen; Topinambur und Kartoffeln sich selbst überlassen; Tomaten und Chili im Urban Gardening Konzept
  2. Salate und Kohle sind im Juni sofort in die Blüte gegangen; Rübenanbau war sehr mühsam wegen Schnecken und Erdflöhen; generelle Schneckenplage im Frühjahr und Erdflohplage im Sommer; Kürbisse in Betonwannen; spätes Setzen von Kürbissen und Zucchini (Ende Juni)
  3. kaum Vorzucht bei Salaten und Kohlgewächsen; lange Frostzeit im späten Frühjahr gefolgt von sehr trockenem Sommer; kaum gemulcht; zu rasches Abkühlen im Herbst, das Ausreifen der Früchte verhindert hat
  4. Ja für diverse Rüben; verstärkte Vorzucht für Salat; kaum Kohl dieses Jahr...

Schritt 3: Das Hauptkultur-Mapping. 
Hierfür informiere ich mich über Pflanzenverträglichkeiten und positive Mischkulturen. Ich definiere auch die Gemüse, die in jedem Beet jeweils im Fokus stehen bzw. den meisten Platz einnehmen werden. Das sind bei mit Tomaten, Gurken, Zucchini und Kürbisse. Ich notiere mir auch, welche Kulturen vergleichsweise wenig Fläche einnehmen, das sie entweder in die Tiefe oder in die Höhe wachsen, wie zB Wurzelgemüse oder Lauch. So kann man günstige Beschattungsverhältnisse im Beet schaffen, wie etwa Zucchiniblätter, die Möhrenkeimlinge vor Sonnenbrand und Austrocknung schützen. Gleichzeitig wird die Anbaufläche optimiert.
Dieses Jahr möchte ich zusätzlich meine Beetumrandungen mit Blühpflanzen begrünen, ein paar Kapuzinerkressen und Kamille ist sogar schon aufgegangen und ich hoffe, dass sie die Eisheiligen noch überstehen.
Um besser Kräuter und Blumen in die Mischkulturen einzuplanen, habe ich mich einen ganzen Tag hingesetzt und das Netz und diverse Fachzeitschriften nach positiven Pflanzengesellschaften durchforstet und mir die folgende Tabelle angelegt:

Blühpflanzen und Kräuter für das Gemüsebeet (Teil 1)

Blühpflanzen und Kräuter für das Gemüsebeet (Teil 2)

Grundsätzlich gilt, wenn die Verträglichkeit für einen Vertreter einen Pflanzenfamilie funktioniert, ist das auch für die anderen so. Chrysanthemen und Schafgarbe locken besonders gut Insekten an, Kapuzinerkresse zieht die Läuse von der Tomate an und Tagetes hilft gegen Nematoden. Wenn es euch interessiert, kann ich euch gerne die einzelnen Wechselwirkungen in einem späteren Blogpost zusammenschreiben

Mit diesen Notizen in der Hand geht es an die Beetplanung für die Belegsperiode Ende Mai - Anfang September, also die Zeit im Jahr, in der meine Hauptkulturen auf den Beeten stehen. Schauen wir uns dafür doch mal ein paar Beete beispielhaft an:

Gurkenbeet

Das erste Beet, das ich euch vorstellen möchte, ich mein Gurkenbeet. Hier bauen wir seit Jahren erfolgreich Gurken an. Jedes Jahr wird großzügig aufgedüngt, etwa im Herbst mit Pferdemist und Falllaub, und im Frühjahr mit Kompost und, wie ihr sehen könnt, frischem Grasschnitt, um keimendes Unkraut zu unterdrücken. Damit ist sowohl Kalium und Phosphor aus Mist und Kompost, sowie Kohlenstoff aus dem Falllaub und Stickstoff aus dem Rasenschnitt aufgefüllt.
Letztes Jahr haben wir die Jungpflanzen nur mit Luftpolsterfolie geschützt, das war eher suboptimal bei starken Regengüssen im Juni. Dieses Jahr haben sie ein Frühbeetdach Marke Eigenbau bekommen, dass sie im Frühsommer auch noch schön von hinten wärmt und im Sommer idealerweise etwas Kondensation spendet, um Gewächshaus-ähnliche Verhältnisse zu schaffen. Schauen wir mal ;)

Zur Mischkultur:
  • die Hauptkultur ist natürlich die Gurke
  • als mehrjährige Kräuter habe ich Zitronenthymian und Currykraut letztes Jahr gesetzt, die mit ihrem starken Geruch und den ätherischen Ölen eigentlich gute Arbeit gegen Erdflöhe und andere unerwünschte Insekten leisten
  • als Gründüngung seht ihr Sonnenblumen, dafür kann ich jetzt weniger was, das waren die Vögel ;)
  • letzte Woche habe ich Dill und Borretsch auf der Mittellinie gesetzt, Dill soll ja den Geschmack der Gurken verstärken und Borretsch Bestäuber anlocken
  • auf die freien Flecken aus der Mittellinie möchte ich Neuseeländer Spinat pflanzen...
  • davor kommen Pastinaken, die dann den Winter über im Beet bleiben können.


Zucchini- und Kürbisbeet mit Erdbeeren

Im zweiten Beet stehen gerade Salate und Erdbeeren, die nächste Woche noch durch Tagetes ergänzt werden sollen. Auf diesem Platz stand das letztes Jahr eine Zucchini, der es dort gut gefallen hat, weshalb wir die Beetfläche verdreifacht haben. Der Beetaufbau ist komplett neu, mit einer Streugutschicht, Kompost, Gartenerde und Rasenschnitt.

Zur Mischkultur:
  • Zucchini als Hauptkultur, und in der hintersten Ecke eine Kürbispflanze, die in das Staudenbeet ranken darf
  • im Schutz der Blätter sollen Salat und Erdbeeren gedeihen
  • in die vorderste Reihe werden Rettich und Lauch gesetzt.


Tomatenbeet

Im dritten Beet, das wir uns gemeinsam anschauen werden, sollen ein paar Tomatenpflanzen (alte Sorten) einziehen. Ich rechne, wie ihr sehen könnt, mit 6 bis 7 Pflanzen... Ich bin auch mal gespannt, wie sich die Steinumrandung auf den Wasserbedarf gegenüber einem Holzhochbeet auswirkt... Dieses Jahr komplett neu angelegt, besteht der Beetaufbau aus der "tollen" Erde unserer Brache (yippie, die Winden kommen leider alle durch), Ästen und Pferdemist, der Erde aus unseren Tomatenkübeln von letztem Jahr, Kompost und frischer Gartenerde, sowie einer dicken Ladung Rasenschnitt. 

Zur Mischkultur:
  • Tomate als Hauptkultur
  • eine Mischung aus Blühpflanzen (ich habe die Kamille kurzerhand durch Tagetes ersetzt, werde aber wohl noch mal Kamille ansäen), Kräutern (hier Basilikum und vielleicht Petersilie) sowie Buschbohnen (die noch nicht keimen wollen... wenn nicht, dürfen noch mehr Kräuter rein)
  • in der vordersten Reihe stehen schon die Salate (Kopf- und Asiasalate) seit dieser Woche bereit, und den meisten Lauch habe ich auch schon gesetzt
  • ein paar späte Erdbeeren runden das Ganze ab.

Wie geht es jetzt weiter?

Gestern habe ich auch schon die ersten Kräutertöpfe mit Basilikum, Dill, Schnittlauch und Koriander bepflanzt, die ich dann zwischen meinen Beeten aufstellen möchte.

Heute wird noch einmal der Kopf zum Rauchen gebracht und die Nachkultur geplant. Ich möchte dieses Jahr auch im Winter ein Maximum aus meinem Garten herausholen, das will natürlich geplant sein. Außerdem möchte ich Maries (Wurzelwerk) Methode mit den Schildchen und Reihen ausprobieren. 

Ende der Woche sollen auch schon Tomaten und Zucchini in die Beete einziehen, der wärmende Rasenschnitt steht schon bereit. 


Und, was passiert bei euch gerade im Garten? Wie sieht denn euer Gartenplan aus? Oder macht ihr gar keinen und pflanzt munter drauf los?

Sonntag, 10. Mai 2020

GTB #1: Mein Garten und ich

Schön, dass ihr heute vorbeischaut!

Heute starten wir gemeinsam in mein Gartentagebuch, und zwar mit einer kurzen Vorstellung meines Gartens und unseren Zielen und Überlegungen für das Gartenjahr 2020.

Hochbeet mit Frühbeetdach Marke Eigenbau (Südexposition)

Habt ihr auch einen eigenen Garten? Oder habt ihr schon immer einmal von einem Garten geträumt?


Für meine Familie kommt ein Leben ohne Garten gar nicht in Frage - und für mich kein Leben ohne Gemüsegarten! Seit ich denken kann, baut meine Familie teils sporadisch teils ambitioniert Gemüse und Obst an. Mein Opa hat sich sogar einen Weinberg in Italien angelegt, auch wenn der nicht viel abwirft. In unserem ersten Garten hatten wir vor allem Obst, Nüsse und Beeren. Meine Mutter hat auch ein wenig Gemüse angebaut. Bei meiner Oma verfiel derweil der schöne Gemüsegarten meines Uropas, den ich nur noch als Unkraut- und Kräuterwiese kennengelernt habe. Früher einmal muss er sehr schön und sein ganzer Stolz gewesen sein. Und dann kamen unsere Exodusjahre, erst sind wir nach Frankreich gezogen und dann meine Großeltern definitiv nach Italien umgesiedelt - damit sind wir alle in einem milderen Klima als im hintersten Bayern gelandet, und haben damit seither auch noch bessere Chancen, was die Vielfalt der Gartengestaltung angeht. In Italien ist es mein Opa, der das Gartengeschehen bestimmt - und leider zum Leidwesen aller, nicht nach den vorbildlichsten Methoden wirtschaftet... Trotzdem baut er immerhin das Sommergemüse komplett selbst an, selbst wenn die Familie mal komplett unten in Italien ist, reichen die Zucchini, Tomaten und Bohnen super. Aber lernen kann ich da leider von ihm nichts.
Bei uns ist es meine Mutter... bei meiner Rückkehr nach meinem Umweltingenieurstudium war ich voller Elan und Überzeugung, mit kleinen Schritten zum Selbstversorger zu werden - zumindest für ausgewählte Gemüse. Vor allem aber macht mir die Arbeit im Garten und das Rumexperimentieren Spaß - wofür ich jetzt auch den vollen Freibrief habe. Unseren Gemüsegarten bewirtschafte ich also seit drei Jahren, davon 2 komplett selbstständig.

Wie sieht unser Garten denn so aus?

Wenn ihr von der Wurzelwerk-Facebookgruppe kommt, kennt ihr meinen Garten ja schon.

Zu Anfang war unser Garten ein Kartoffelacker (jetzt Glasgewächshaus) und ein vernachlässigter Staudengarten. Daraus hat Mama mit viel Fleiß und Schweiß ein grünes, blühendes und brummendes Paradies geschaffen. Bei uns gilt der Grundsatz: was grün ist und blüht, darf bleiben. Von daher gibt es den Begriff "Unkraut" bei uns nicht wirklich, obwohl wir natürlich hie und da eingreifen, wenn zum Beispiel eine Winde unseren Lavendel knebelt.
Unser Gemüsegarten ist entsprechend in das Gartenensemble eingegliedert und wir streben auch hier den Grundsatz "Hauptsache es wächst" an.

Blick von oben auf unseren Dschungel

Der Gemüsegarten besteht aus:

  • einem Glasgewächshaus mit mobiler Heizung: hier findet die Überwinterung von Zierpflanzen und die Anzucht unserer Gemüsepflanzen statt. Was ist eigentlich eure Lieblingsanzuchtmethode? Bald werde ich einen Post zu verschiedenen Methoden machen, die bei mir mehr oder weniger Erfolg hatten. Dieses Jahr sollen außerdem Okra, Tomaten und Paprika in das Gewächshaus ziehen in Mischkultur mit Wurzelgemüse und Salat in Betonwannen (mehr dazu auch bald im Post zu meinem Gartenplan).
  • einem Foliengewächshaus, das wir leider noch aussteifen müssen und das den unbepflanzbaren Platz vor unserem Kompost und unter unseren Robinien optimieren soll. Auch hier werden Tomaten, Paprika und Auberginen einziehen.
  • einem Hochbeetgarten Marke Eigenbau, da unser Boden einfach viel zu hart ist und wir nicht Jahre in die Bodenverbesserung stecken wollten. Alle unsere Hochbeete funktionieren seit diesem Jahr auch als Hochbeet, was wir bei denen mit Kleingewächshäusern drauf auch tatsächlich 2020 schon umgesetzt haben. Die anderen "Hauben" kamen erst im Laufe der Corona-Paralyse dazu. Für die Salatkultur im zeitigen Frühjahr kann ich das nur empfehlen!
  • einer Urban Gardening Zone mit Unterstand für den Gemüsegarten im Kübel, wo ich gerne Jen's Methode vom Gartengemüsekiosk umsetzen möchte, um Tomaten und Chili anzubauen.
Kater und Gartenkaiser Nero ist natürlich auch immer mit dabei

Was sind unsere Gartenziele dieses Jahr?

Ich finde es immer wichtig, mir zu Beginn des Gartenjahres Ziele zu stecken - das greift Marie von Wurzelwerk im Gemüsegarten starten-Onlinekurs ja auch prima auf. Wie ist das nun für uns?
  • Wie viele Menschen möchte ich versorgen? 3 - wenn wir etwas einfrieren können, gerne ;)
  • Wie viel Zeit möchte ich in den Anbau investieren? gerne 1 Stunde pro Tag - im Moment geht ja - leider? - mehr
  • Warum möchte ich Gemüse anbauen? um unseren Bedarf vor allem im Sommer, und insbesondere an Salat, Tomaten und Zucchini zu decken - um ein bisschen rumzuexperimentieren für den großen Gemüsegarten der Zukunft - um eine nützliche und nachhaltige Freizeitbeschäftigung an der frischen Luft zu haben

Und was würde euch so interessieren?

Ja, was sind die Gemüsegartenthemen, die euch am Herzen liegen und die ihr gerne auf diesem Blog mitverfolgen wollen würdet? Schreibt es mir gerne unten in die Kommentare!

Was erwartet euch im Gartentagebuch (GTB) 2020?

  • mein Gartenplan
  • meine Mischkulturexperimente
  • meine Fails und Erfolge
  • hoffentlich ein paar nützliche Tipps und Tricks für euch
  • ein wöchentliches Gemüsegartenupdate
  • hoffentlich ein paar schöne Bilder
  • meine Techniken - oder wie ich meinen Garten nutzbar mache
  • meine Versuche, meinen Traumbauerngarten zu entwerfen.

Und? Kommt ihr mit auf die Reise?

Sonntag, 22. Juli 2018

Reisetagebuch: Oslo - Tag 2

Der Fjord von Oslo

 
An meinem zweiten Tag in Norwegens Hauptstadt genieße ich den wunderschönen Backdrop des Fjords, indem ich mich schon in aller Frühe am Rathauspier (Rathuskaia) einfinde, um von dort aus meine Tagesexkursion zu starten. Das Ziel: die Museumshalbinsel Bygdoy!

Blick von Bygdoy auf die Askerhus Festung
 
Mit der ersten Museums-Fähre (69 NOK) geht es los, im strahlenden Licht der Sonne, die sich auf dem Wasser spiegelt und mich daran erinnert, eine gute Schicht Sonnencreme aufzutragen. Hier oben im Norden ist die Ozonschicht besonders dünn, weshalb man seine Haut umso besser schützen sollte. Von der Ferne aus erkenne ich schon das Fram-Museum und die Oscars Hall.
Vikingerschiff
 
Meine erste Station auf Bygdoy ist allerdings das Vikinghuset (100 NOK), ein kreuzförmiges Gebäude, in dem die Funde aus drei Schiffsbegräbnissen ausgestellt sind. Hier lohnt es sich wirklich, früh dran zu sein, bevor die Touristengruppen eintreffen und man nur noch Chinesisch hört.
 
Danach geht es weiter in das Nordische Volksmuseum (130 NOK), ein Freilichtmuseum, in dem man etwa jedes zweite oder dritte Gebäude betreten kann und so in das Leben der Norweger in der Stadt und auf dem Land eintauchen kann. Ich finde, es ist wunderschön angelegt, so dass man von der Vorstadt in die Stadt gelangt, dann hinaus aufs Land der Nordregionen, und zurück zu den großen Höfen. Viele Darbietung sind zusätzlich geboten und man kann sich mit den Schaustellern austauschen.
Tabakladen im Nordischen Volksmuseum
 
Aber das war noch längst nicht alles, was es auf der Museumshalbinsel zu sehen gibt. Ich schlage einen Bogen zum zweiten Anlegepier, wo sich gleich drei Museen zum Thema Schiffe befinden, von denen ich ursprünglich nur das Fram-Museum besuchen wollte. Schließlich entscheide ich mich, auch in das Maritime Museum zu gehen, das die Geschichte der norwegischen Seefahrt sehr ausführlich darstellt, zum Beispiel in Hinblick auf die Polarexpeditionen, auf die Seekreuzfahrt oder die Rolle der norwegischen Handelsflotte in den beiden Weltkriegen. Sehr, sehr spannend! Das Vasa-Museum geht noch detaillierter auf die Polarexpedtionen von Nansen und Admussen ein und man kann sogar an Bord der Fram und der Goya klettern! Allerdings ist es in den Schiffen auch sehr stickig, weshalb ich meinen Besuch abbrechen musste.
Die Goya
 
Nach einem kurzen Mittagessen, bei dem ich die Beine ins Wasser halte und mit Graugänsen ratsche, geht es mit der Hop-on-Hop-off-Tour weiter durch die Fjordinseln bis zur Oper (100 NOK), wo ich an einer Führung teilnehme. Die Norwegische Oper entstand 2009 und soll die beiden charakteristischen Landschaften Norwegens darstellen: die schroffen Gletscher und ihr Eismeer, sowie die warmen Wälder. Wunderbar gelungen in meinen Augen! Vor der Oper schwimmt außerdem eine Statue aus Glas und Stahl, die einem Gemälde von Caspar David Friedrich nachempfunden ist.
Das Foyer der Norwegischen Oper
 
Den Tag lassen ich mit einer köstlichen Portion Pasta Frutti di Mare in der Ostbanehallen (195 NOK) ausklingen und springe zum Abschluss noch auf die Fähre nach Hovedoya, wo ich mich den Einheimischen zum abendlichen Schwimmen anschließe und auf dem Rückweg noch die Ruinen eines Zisterzienserklosters erkunde.
Ruinen des Zisterzienserklosters auf Hovedoya

Freitag, 20. Juli 2018

Blognews: Worauf ihr euch im Juli/August freuen könnt

Hallo ihr Lieben!
 
Heute stelle ich euch kurz vor, worauf ihr euch in diesem Sommer auf meinem Blog freuen könnt:
 

Read

Ich nehme diesen Sommer an folgenden Leserunden teil:
  • Mein wunderbares Bücherboot von Sarah Henschow auf LovelyBooks
  • Das rote Adressbuch von Andrea Lundberg auf LovelyBooks
Beworben habe ich mich bei folgenden Leserunden (sofern ich nicht teilnehmen kann, werde ich diese Bücher dennoch bis Ende September lesen, denk ich):
  • Bücherkönig von Akram El-Bahay auf Lesejury.de
  • Mädchen auf WhatsApp 2 - immer online von Bärbel Körzdörfer auf Lesejury.de
  • Das Gesetz der Eiche von Jessica van Houven auf LovelyBooks.de
  • Das Glück wartet in Paris von Caroline Grollier auf LovelyBooks.de
  • Die Legende von Atia von Sarah Herweg auf LovelyBooks.de
Ich nehme auch an folgenden Buchverlosungen teil:
  • Das Geheimnis der Papiermacherin von Andrea Bottlinger auf LovelyBooks.de
  • Liebe - lieber nicht von Andy Jones auf LovelyBooks.de
  • 99 Vollwertkost-Rezepte von Mattis Lundquist auf LovelyBooks.de
Ich habe außerdem folgende freien Rezensionsexemplare erhalten:
  • Mondgeflüster in Fella von Laura Kessing (E-book)
Privat habe ich mich außerdem für folgende Bücher entschieden:
  • Die Rubinrote Königin von Royce Buckingham
  • Mätressenspiel von Martha Sophie Marcus
  • Das Geschenk eines Sommers von Gabriele von Braun

 

Eat

Passend zum Sommer wird es immer wieder sommerliche Rezepte mit Gemüse aus dem eigenen Garten geben.
 
Außerdem teste ich den Foodtrend "Veggie Bowls" anhand dieses Buches:
  • Bols veggie - super sain von Virginie Robichon
 
 

Live

Es gibt, wie bereits angekündigt, ein kleines Reisetagebuch mit Tipps und Tricks zu meiner Skandinavien-Reise Anfang Juli.
 
Mit einer Freundin besuche ich am Donnerstag, den 26.07., die französischen Meisterschaften im Reiten - und nehme euch ein wenig mit.
 
Im Augenblick absolviere ich neben meinem Masterstudium noch das Fernstudium "Natur- und Umweltpädagogik" des ILS. Ich habe mir vorgenommen, nach der Bearbeitung der ersten 3 Studienhefte eine kleine Zwischen-Review zu machen. Vielleicht gibt es auch einen Post zu Lerntechniken...
 
Ich werde mich diesen Sommer auf mit dem Zeit-Seminar zum Thema Islam befassen und euch eine kleine Review schreiben.
 
Und schließlich werde ich mich auf mein 3. Semester im Master vorbereiten und euch auch hier ein paar Einblicke gönnen.
 
 
Liebe Grüße!

Montag, 16. Juli 2018

Reisetagebuch: Oslo - Tag 1

Dienstag, 03.07.2018

Anreise Paris CDG - Oslo Gardermoen

Ich sitze seit 6 Uhr am Flughafen, weil meine Mutter zu ihrer Arbeit nach Deutschland fliegen musste. Mein Flieger geht aber erst um 10 Uhr 40. Ich bestelle mir also ein viel zu teures Frühstück (6,50 €) und mache mich daran, meine Hausaufgaben abzuarbeiten. Fernstudium ist praktisch, das kann man überall machen, auch am Flughafen. Bei schwülen 28 Grad steige ich endlich mit der letzten Boardinggruppe in den Flieger. Es geht los! :)

Kleiner Dämpfer ist nur, dass das Flugzeug auf unangenehme - ich hoffe - 20 Grad heruntergekühlt wird. Habe mich Gott sei Dank miz langer Hose und Jacke gewappnet. Aber großer Bonus: wir fliegen von Westen in den Fjord von Oslo ein, überqueren ihn und bekommen so einen atemberaubenden Ausblick auf die Stadt und ihre Inseln. Man sieht sogar die Holmenkollen-Skisprungschanze! Von meiner Gastgeberin erfahre ich später, dass es eher selten ist, dass über den Fjord eingeflogen wird.
 
Oslo Fjord von oben
 
Am Flughafen angekommen geht alles kinderleicht. Ich habe mir die Zugticketapp von Ruter bereits zuhause auf's Handy geladen und das Zugticket (101 NOK) per Karte bezahlt. 2 Minuten bevor man in den Zug steigt, muss man es aktivieren (dafür braucht man stabilen WLAN, der vom Flughafen ist leider alles andere als stabil, also die guten alten mobilen Daten aktivieren -.-). Die Züge gehen im 10 Minutentakt. Am Hauptbahnhof hole ich mir im Visitorcenter meinen OsloPass (72 h) ab, der es mir ermöglicht, in den Zonen 1 bis 2 die öffentlichen Verkehrsmittel inklusive der Fähren zu den Inseln zu nutzen, und vielen Museen zu besuchen. Um 14 Uhr 30 etwa checke ich in meinem Zimmer in Nordstrand, circa 15 Minuten mit der Tram zum Zentrum, ein, nehme eine kalte Dusche und auf geht's!
 

Erste Erkundungen


Bilder in Relief für Blinde, Edvard Munch Museum
 
Der erste Stopp ist das Edvard Munch Museum (120 NOK). Dafür nehme ich die Tram zum Hauptbahnhof und von dort die Metro bis Torget. Es dauert etwas, bis ich das unscheinbare Museum gefunden habe. Ich wusste bereits vorher, dass ich den Schrei hier nicht finden würde, aber mir ging es eher darum, die Entwicklung des Malers nachzuverfolgen. Dafür ist dieses Museum sehr gut, das frühe bis sehr späte Werke zeigt. Ein kleines Booklet zur Ausstellung erläutert die Hintergründe der wichtigsten Gemälde - leider darf man es nicht mitnehmen.

Gewächshaus, Botanischer Garten
 
Der zweite Stopp ist direkt neben an: der Botanische Garten (frei). Es interessant angelegter Außenbereich: in verschiedenen Terrassenlandschaften kann man die Flora ganz Norwegens erkunden. Am niedrigsten Punkt befindet sich eine kleine Freilichtausstellung zum Thema Wikinger mit einem stilisierten, begehbaren Schiff. Das Gewächshaus ist ebenfalls sehenswert und beherbergt verschiedene exotische Pflanzen.

permanente Ausstellung zu den Nobelpreisträgern, Friedensnobelpreiscenter
 
Als nächstes habe ich per Tram einen Bogen zurück zum Stadtzentrum geschlagen und habe das Friedensnobelpreiscenter (100 NOK) am Rathauspier besucht. In Oslo wird der Friedensnobelpreis verliehen, alle anderen Nobelpreise werden in Stockholm verliehen. Eine ausführliche Ausstellung über den Nobelpreisträger von 2017, ICAN, berichtet über den bisherigen Einsatz von Atomwaffen und den Kampf gegen sie. Anschließend gelangt man in die permanente Ausstellung zu sämtlichen Preisträgern (Foto), die aus Monitoren besteht, die auf Beschattung bzw. Annäherung reagieren und kurz den Betrag der jeweiligen Preisträger schildern.

Abendessen
 
Irgendwann hat mich dann der Hunger erwischt. Essen in Oslo ist eher teuer, zum großen Teil teurer als in Paris. Der Mittagstisch ist günstiger, aber man kann auch abends mit einem Hauptgang glücklich werden. Ab 11 Uhr 30 haben die meisten Lokale bis in die Nacht geöffnet. Das Pipervika bietet Frisches aus dem Meer - für mich Miesmuscheln in Weißwein und Pommes mit Remoulade (225 NOK). Das Restaurant liegt direkt am Rathauspier mit wunderbarem Blick über den ganzen Hafen und hinaus in den Fjord. Man kann von hier aus den Fähren beim Kommen und Gehen zusehen. Sehr lecker!

Rathaus

Zum Abschluss begebe ich mich noch auf einen Spaziergang entlang des Hafens, ausgehend vom Rathaus, um die Akerhusfestung bis hin zur Oper. Mit der Tram fahre ich letztendlich zurück nach Nordstrand und schlafe müde ein...

Akerhusfestung aus der Renaissance

 [Wundert euch nicht wegen dem Datum auf den Fotos, meine Kamera hatte ein paar Problemchen ;) ]

Sonntag, 15. Juli 2018

Travel: Skandinavische Hauptstädte (10 Tage) - Planung

Hallo ihr Lieben :)

Schön, dass ihr mal wieder auf meinem Blog vorbeischaut. Es ist ja immer so eine Sache, mit der Regelmäßigkeit, wenn man studiert und/oder arbeitet. Aber jetzt könnt ihr euch für die nächsten paar Wochen auf viel Action auf diesem Blog freuen!

Die Norwegische Oper im Fjord von Oslo

Frisch zurück aus meinem 10-tägigen Urlaub im Norden Europas, möchte ich euch nun noch einmal mit auf diese Reise nehmen. Vielleicht bekommt ihr ja auch Lust oder sucht nach Tipps und Erfahrungen für euren künftigen Urlaub? Lasst mir doch gerne einen Kommentar da, dann kann ich in einem späteren Beitrag auf eure Fragen eingehen. :)

Blick auf Frederiksborg in Hillerod

Kommen wir endlich zur Sache: 3 Städte in 10 Tagen - das will gut geplant sein und ich habe mir wirklich sehr viel Zeit genommen, meinen Urlaub zu planen. Neben der Prüfungszeit war das eine gute Verschnaufpause.

Urlaubsplanung

Zunächst stellte sich mir zu Frage, wie ich denn in den Norden komme. Ich wohne in der Nähe von Paris, also blieb mir letztendlich keine andere Wahl als das Flugzeug. Von Oslo hätte ich dann zwar mit dem Zug weiter nach Stockholm fahren können, aber dabei wäre ein Tag draufgegangen. Ähnliches gilt für die Fähre von Stockholm nach Kopenhagen. Was die Preise der Flüge angeht, hatte ich großes Glück: 4 Flüge für gerade einmal 150 € (ich habe im Januar gebucht).

Als nächstes musste ich mich um eine Unterkunft kümmern. Ich bin leider überhaupt nicht der Typ für Jugendherbergen, aber ich kann diese nur empfehlen, wenn ich mit Mehrbettzimmern kein Problem habt. In den drei Städten sollen die Herbergen sehr gut und besonders günstig sein. Ich habe mich stattdessen an Airbnb gehalten und drei Zimmer in der Nähe der Stadtzentren gefunden, die bezahlbar waren. In Oslo und Stockholm war sogar Frühstück inklusive, und davon so reichlich, dass ich mir Brote für das Mittagspicknick mitnehmen konnte. Damit konnte ich einiges an Geld sparen.

Anschließend ging es um die Frage "Citypass oder nicht?" Die Citypässe für Oslo, Stockholm und Kopenhagen kosten jeweils 692 NOK (72 h), 845 SEK (48 h) und 693 DK (72 h). In Oslo und Kopenhagen sind die öffentlichen Verkehrsmittel zum größten Teil mit inbegriffen, in Stockholm muss man eine Travelcard für 250 SEK (72 h) dazukaufen (-> ich werde noch einen detaillierten Vergleich der drei Citypässe in einem späteren Blogbeitrag hochladen). Letztendlich habe ich mich für die Citypässe entschieden.

Um diese jedoch ausnützen zu können, habe ich mir eine ungefähre Tagesplanung zurechtgelegt, um sicher zu sein, alles, was ich sehen wollte, auch irgendwie unterzubringen.

Oslo


3.7.18
13 h 00 Landung
14 h 00 (101 NOK) (.03, .13, .43) R10 DRAMMEN
14 h 30 Oslo Pass abholen Visitor Center
15 h 00 Bus HAUKETO STASJON
15 h 30 Check-in
16 h 00 Munchmuseet (120 / 60 NOK)
Botanischer Garten, Stadtrundgang
4.7.18
8 h 55 ferry Radhuskaia -> DRONNINGEN (69 NOK)
9 h 30 Vikinghuset (100 / 80 NOK)
10 h 30 Norsk Folkemuseum (130 / 40 NOK)
13 h 00 ferry Dronningen -> RADHUSKAIA
15 h 00 Norske Opera (120 -> 100 NOK)
16 h 00
Königliches Schloss
5.7.18
8 h 00 Bus 81 RADHUSET -> Tollboden -> Jernbanetorget
8 h 20 Tram 1 FROGNERSETEREN -> Holmenkollen
9 h 00 Holmenkollen (140 / 120 NOK)
12 h 00 Tram 1 HELSFYR -> Majorstuen
12 h 30 Vigelandparken
15 h 00 Norges Hjemmefrontmuseum
Altstadt
6.7.18
8 h 00 Check-out, Tram, Zug (.03, .13, .33)
11 h 40 Abflug

Stockholm


6.7.18
13 h 00 Landung
13 h 50 Bus
15 h 00 Katarinahissen
16 h 00 Langholmen baden
7.7.18
9 h 00 Kathedrale Storkyrkan (60 SEK)
10 h 00 Königliches Schloss (150 SEK)
12 h 30 Royal Canal Boat Tour (220 SEK)
13 h 30 Ferry Drottningholm
14 h 30 Drottningholm, Palace Gardens (350 SEK + 30), Theatre, Chinese Pavillon (100 SEK)

8.7.18
9 h 00 Junibacken (179 SEK)
11 h 00 Vasa Museum (130 SEK)
13 h 00 Rosendal Palast (100 SEK)
15 h 00 Skansen (180 SEK)
9.7.18
8 h 00 T 14 Mörby centrum, train 41 X Märsta, bus 583 Arlanda
9 h 17 Ankunft Flughafen
11 h 40 Abflug

Kopenhagen


9.7.18
13 h 00 Landung
14 h 00 Zug (alle 10 Minuten) -> HAUPTBAHNHOF, Koffer verstauen Ausgang Istedgade (80 DK)
15 h 00 Grand Canal Tour (250 DK) von Ved Stranden
16 h 30 Runder Turm (25 DK)
17 h 30 Check-in
18 h 00 Tivoli, Rathaus
10.7.18
9 h 00 Christiansborg Reception rooms, kitchen, chapel, ruins (150 / 125 DK)
11 h 30 Amalienborg (95 / 65 DK)
13 h 30 Christiansborg Ställe
14 h 30 Königliche Bibliothek, Börse
16 h 00 Rosenborg (110 / 75 DK)
11.7.18
9 h 00 Zug E -> HILLEROD
10 h 00 Frederiksborg (75 / 65 DK)
14 h 00 Zug E -> Central Station
15 h 00 Botanischer Garten
12.7.18
11 h 00 Zisternen (70 / 50 DK)
13 h 00 Zug -> Lufthavn


Was ihr in den nächsten Wochen erwarten könnt...

Neben den üblichen Rezensionen und Rezepten, wird der Monat Juli dieses Jahr von meiner Skandinavienreise bestimmt sein. Springt einfach mit auf den Zug auf und los geht's!

  • Reisetagebuch
  • Hits and Misses
  • Vorschläge für Tagestouren
  • Vergleich der Citypässe
  • Tipps und Tricks
Ihr könnt etwa alle ein bis zwei Tage mit einem neuen Blogeintrag rechnen.

Liebe Grüße,
Eure Serafina

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